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Interview

Christof Baum über Maison Baum und sein patentiertes Fußbett

Maison Baum ist eine Berliner Premiummarke für bequeme High Heels. Erklärtes Ziel von Gründer Christof Baum ist die Kombination von coolem Lifestyle mit fundiertem medizinischem Know-how.

Vier Jahre Entwicklung gemeinsam mit Christofs Vater, der als operativ tätiger Orthopäde über enormes Fachwissen verfügt, können sich sehen lassen: Ein unsichtbares, orthopädisches Fußbett, das speziell für High Heels konzipiert wurde, sorgt für gleichmäßigere Gewichtsverteilung im Schuh und somit dreimal längere Partynächte. Die High Heels werden in Deutschland entwickelt, in Paris entworfen und in Portugal gefertigt.

FCG: Erzähl uns doch bitte ein wenig über Dein Start-up und das patentierte Fußbett. Welchen Einfluss hatte dabei Dein Vater, der als Orthopäde tätig ist?

Christof: Maison Baum ist seit ca. 1,5 Jahren am Markt und zählt aktuell 10 Mitarbeiter. Unser Credo ist, Frauen zu beflügeln und ihnen die optimale Auswahl zwischen hohen und flacheren Schuhen zu bieten – damit sie sich auf den Moment statt auf ihre Füße konzentrieren können.

Ohne meinen Vater könnten wir uns von anderen Brands ohne medizinischen Background nicht unterscheiden. Er verfügt als Gründer einer orthopädischen Gelenkklinik bei Freiburg über 40 Jahre operative Erfahrung und das notwendige Fachwissen, das ein seriöses Projekt braucht, um erfolgreich zu sein. Da er die möglichen negativen Konsequenzen des Tragens von High Heels kennt und von allen Seiten beurteilen kann war er perfekt, um diese zu minimieren.

Seit etlichen Jahren hat er sich - als Bewunderer ästhetischen Schuhwerks - mit dem Thema beschäftigt und eingehend nach Lösungen gesucht. So hat er beispielsweise einen Schraubmechanismus zum Verstellen der Schuhweite entwickelt und patentiert. Wirklich genial war es aber, die bewährte Wirkung von orthopädischen Einlagen von flachen auf hochhackige Schuhe zu übertragen. Er hat mir viel Wissen vermittelt und mich angeleitet, wie ein optimales Fußbett aussehen muss, damit es für High Heels und die Mehrzahl der individuellen Frauenfüße funktioniert. Gemeinsam mit der Entwicklungsabteilung eines großen Sanitätshauses aus Freiburg habe ich seine Ideen dann umgesetzt. Die Hardcore-Entwicklungsarbeit habe ich neben meinem Studium geleistet. Die Kern-Entwicklung hat vier Jahre gedauert.

FCG: Woher kam der Anreiz, als Mann eine eigene Marke zu gründen, welche High Heels verkauft?

Christof: Bei High Heels geht es nicht nur darum, schön auszusehen, sie vermitteln ein besonderes Lebensgefühl. Als „hard fact“ erscheinen die Beine optisch länger, es richtet sich auch die Wirbelsäule auf, wodurch sich die ganze Haltung verändert. Der „Nebeneffekt“ ist ein anderes Auftreten der Frau - sie strahlt etwas anderes aus.

Bei meiner kleinen Schwester konnte ich diesen Transformationseffekt, den viele Frauen durchmachen, schon früh erleben. Man wechselt automatisch in einen Modus von „jetzt gehört mir die Welt!“. Weil meine Schwester aber schon mit 16 an einem Hallux Valgus litt, konnte sie nicht sehr oft hohe Schuhe tragen.

Hierfür eine Lösung zu finden und Frauen wie meiner Schwester das spezielle Lebensgefühl zugänglich zu machen, spornt mich sehr an. Es geht bei allen Sorgen und Nöten doch auch darum, das Leben und vor allem die großen Momente richtig zu zelebrieren. Zudem ist es mir eine besondere Freude, die oftmals verstaubte Schuhindustrie umzukrempeln, die sich so lange nicht um die Belange der Frauen gekümmert hat.

 

FCG: Wie hat sich das TV-Format “Höhle der Löwen” auf Dein Unternehmen ausgewirkt?  

Christof: Durch die Teilnahme in der „Höhle der Löwen“ hat sich unser Bekanntheitsgrad um ein Vielfaches erhöht. Viele Frauen, die vorher nicht wussten, dass schicke High Heels auch angenehm tragbar sein können, haben durch die Ausstrahlung von uns erfahren.

Dass die Löwinnen sich vor Begeisterung über die Bequemlichkeit überschlagen, aufgrund des Kapitalbedarfs für die Warenvorfinanzierung aber nicht investiert haben, kann unserer Endkundin egal sein und hat die Glaubwürdigkeit von Maison Baum somit nochmals unterstrichen.

Wir konnten aber nicht nur einmalig Kundinnen, sondern langfristige Supporter:innen gewinnen. Sie haben Spaß daran, ein junges Start-up zu unterstützen und unser innovatives Produkt gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln. Wir haben wunderbar humorvolle und lebensfrohe Frauen als Kund:innen und es macht uns glücklich, sie glücklich zumachen.

 

FCG: Welche Wünsche und Vorstellungen hast Du für die nächsten 2 Jahre?

Christof: In den nächsten zwei Jahren möchte ich Maison Baum bei unserer Zielgruppe zur Referenz für coole, bequeme und nachhaltige High Heels entwickeln – für alle, die lieber in ein gutes Paar statt in viele austauschbare investieren. Wir werden Modelle in weiteren Farben und Absatzformen lancieren und mit einem innovativen Material aus der Formel 1 den leichtesten High Heel der Welt rausbringen.

Langfristig wünsche ich mir, dass wir uns in Deutschland häufiger trauen, wir selbst zu sein und auch mal aus der Masse herauszustechen. Häufig erlebe ich, wie Kund:innen mir schildern, wie begeistert sie von unseren Schuhen sind und sie gerne tragen – oft aber urteilende Blicke von außen erfahren, wenn der Absatz „zu hoch“ ist. Ich finde, dass jede Frau selbst entscheiden dürfen sollte, wann und ob sie hohe Schuhe trägt.

Ich sehe hier einen großen Unterschied dazu, wie zum Beispiel in Frankreich mit dem Thema umgegangen wird.

Unmittelbar wäre es aber schonmal ein Anfang, wenn Events wieder stattfinden und Restaurants öffnen dürften.

Vielen Dank Christof Baum für diesen Einblick, wir wünschen Dir viel Erfolg für die kommenden Monate und Jahre!

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