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Interview

Francesco Sessler von ARTIS verrät, was eine Marke mitbringen muss und was für die Zukunft zu beachten ist

The Leading Full Service Fashion Group: Die Artis Fashion Group betreut Unternehmen aus der Modebranche in den Bereichen Consulting, Coaching & Commerce. Kunden sind u.a. Ayvi Amsterdam, Lofty Manner und Sunny Cords.
Wir haben mit dem Managing Director Francesco Sessler gesprochen und er hat uns verraten, was eine Marke  mitbringen muss und sich im deutschsprachigen Raum zu etablieren und worauf sie achten müssen, um in der Zukunft weiterhin bestehen zu können.

FCG: Lieber Francesco, was genau ist Deine Tätigkeit bei ARTIS und was war Dein beruflicher Weg dahin?

Francesco Sessler: Hallo Stefan! Nach verschiedenen Management Positionen unteranderem bei Inditex, Sandro Paris und der LVMH-Gruppe, gründete ich 2017 die ARTIS Fashion Group. In meiner Position als Geschäftsführer koordiniere ich unsere vier Geschäftsbereiche.

 

FCG: Was genau ist ARTIS? Wie würdest du Interessent:innen die Agentur beschreiben?

Francesco Sessler: Die ARTIS Fashion Group bietet als Modeagentur eine 360°- Lösung für Modehändler und Fashionbrands. Wir sind in vier Abteilungen gegliedert. Neben den klassischen Tätigkeiten einer Vertriebsagentur bietet unser rund dreißig-köpfiges Team zahlreiche Beratungsleistungen für Brands, sowie Einzelhändler an. Unser einzigartiges Netzwerk und das vergleichsweise große Back-End, ermöglicht es uns über den Tellerrand hinaus zu sehen und ein starker Partner für junge und etablierte Unternehmen unserer Branche zu sein.

 

FCG: Was muss eine Marke mitbringen, um sich im deutschsprachigen Raum zu etablieren? Was ist ARTIS bei der Auswahl einer Brand zur Zusammenarbeit besonders wichtig?

Francesco Sessler: Neben den gängigen Anforderungen, wie eine starke Kollektionsaussage, einem eingängigen Brandimage und der richtigen Handelsspanne, sollten Marken sich stets über die Anforderungen des deutschsprachigen Handels bewusst sein. Wir haben bereits zahlreiche Brands dabei unterstützt auf diesem, mitunter umkämpften Markt, Fuß zu fassen. Unser täglicher Kontakt mit der Handelsseite hilft uns hierbei sehr. Genau an dieser Stelle greift unser Full Service Gedanke, da wir sicherstellen können, dass unsere Kunden über alle Entwicklungen informiert sind und stets up-to-date bleiben und die Anforderungen am Markt wirklich verstehen.

FCG: War das Konzept eine Marke “rundum” betreuen zu können von Anfang da? Wenn ja, was hat euch dazu getrieben? Wenn Nein, wie kam die Veränderung und die Integration der Geschäftsfelder, Consulting, Marketing, Social Media, PR und Training?

Francesco Sessler: Ja und Nein. Ich war jeher davon überzeugt, dass das Konzept einer klassischen Handelsvertretung nicht mehr zeitgemäß ist. Was Brands und der Einzelhandel brauchen ist zumindest Wholesale 2.0. Es genügt nicht mehr eine Kollektion in den Showroom zu hängen und darauf zu warten, dass der richtige Einkäufer kommt und seine Vororder platziert. Der Handel braucht Ware die verkäuflich ist und das zum richtigen Zeitpunkt. Als ich 2017 alleine gestartet bin, wurde mir schnell klar, dass ich das als One-Man-Show nicht bieten kann. Woraufhin ich mein Team vergrößerte, um mit Experten in allen vier Bereichen meiner Agentur arbeiten zu können. Diese Entwicklung gelang nicht von heute auf morgen und ist geprägt von vielen, situativen Entscheidungen die wir getroffen haben. Heute sind wir in der Lage, als echtes Bindeglied zwischen Handel und Industrie zu agieren. Während die klassische Handelsvertretung ausschließlich in der Vororder verkauft und ihre Kunden in der Regel nur zwei bis drei Mal im Jahr sieht, ist das bei uns anders. Wir arbeiten sehr eng mit vielen Accounts zusammen, teilweise sogar in allen vier Abteilungen, wir haben Kunden, die wir jeden Monat zwei mal sehen. Das macht es uns einfach auf aktuelle Probleme reagieren zu können. Als die Pandemie begann, mussten viele Handelsvertreter zusehen, wie ihre Einzelhändler ohne eigenen Onlineshop nur sehr begrenzt Umsätze generieren konnten. Das war bei uns nicht der Fall! Wir konnten unseren Händlern durch die Abteilung „Medien“ anbieten, schnell und zuverlässig eine Onlinepräsenz zu bauen und Abverkäufe zu generieren. Und das ist nur ein kleines Beispiel, was den Unterschied zwischen einem echten Sparringspartner und dem in die Jahre gekommenen Agenturgeschäft ausmacht.

FCG: Worauf müssen Modelabels achten, um auch noch in der Zukunft bestehen zu können? Was sind die Trends die ihr gerade beobachtet - auf Seiten der Firmen, aber auch der Konsument:innen?

Francesco Sessler: Natürlich beobachten wir alle seit langer Zeit den Megatrend „Nachhaltigkeit“. Bei der ARTIS Fashion Group sind wir nach wie vor überzeugt davon, dass eine nachhaltige Produktion Grundvorraussetzung sein sollte und kein USP darstellen kann. Darüber hinaus beobachten wir, dass das klassische Vororder System stark rückläufig ist. Gerade in diesen schwierigen Zeiten, konnten wir feststellen, dass es der Handelsseite sehr gelegen kommt, wenn sie Ware binnen weniger Tage erhalten können. Ware dann zu kaufen und auch zu erhalten wenn es möglich ist, sie direkt an den Kunden zu verkaufen, wird in Zukunft noch verbreiteter sein. Darauf müssen sich die Brands einstellen! Ich bin davon überzeugt, dass zwei Vororder-Kollektionen pro Jahr nicht mehr ausreichen. Brands ohne starkem NOS oder Kapselkollektionen im Programm, werden es zukünftig sehr schwer haben.

FCG: Hat ARTIS Zukunftspläne bzw. Strategien um diesen Trends vorbereitet zu begegnen?

Francesco Sessler: In der Tat. Viele unserer rund 20 Brands arbeiten sehr eng mit uns zusammen. Dadurch können wir sicherstellen, dass unsere Kunden auf Vertriebsseite bestens aufgestellt sind.  Wir sind der Überzeugung, dass Brands nur dann erfolgreich sein können, wenn sie mit strategischer Planung an einen Markt, insbesondere den deutschsprachigen, herantreten. Wer planerisch und strategisch nicht gut aufgestellt ist wird die Bedürfnisse des Handels nicht verstehen. Produktentwicklung, Marketing und Verkauf müssen miteinander verschmelzen um der Brand eine starke Identität zu geben. Am Ende des Tages entscheidet der Verbraucher welche Brand funktioniert, weil er kauft oder nicht.

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