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Interview

Im Gespräch mit Julia Freitag, Geschäftsführerin von StyleproofedTV: "Die Story hinter der Marke"

Die styleproofed GmbH ist ein kreativer Think-Tank rund um Mode & Styling & Shopping.

Ins digitale Publishing ist Julia Freitag schon 2009 mit dem Blogzine “styleproofed.com- the guide to good fashion” zusammen mit ihrer Kollegin Silke Wichert und einem Team befreundeter Mode & Lifestyle Journalisten eingestiegen.

Mit dem Anspruch, die besten Produkte aus dem Bereich Mode, Beauty und Lifestyle vorzustellen, zu testen und zu bewerten. Eine zeitgemäße Art von Stiftung Warentest im Web…

Seit 2014 hat sich das Portfolio der styleproofed GmbH dann noch um Marken-Beratung &Styling sowie Content-Creation erweitert.

Das zielgruppengerechte Inszenieren von Mode & Lifestyle hat sie also schon immer begeistert und mit styleproofedTV hat sie sich dieses Jahr in ein neues bewegtes Content-Abenteuer gewagt!

FCG: Magst Du uns kurz erläutern, was hinter StyleproofedTV steckt und welche Services Du mit der Agentur jetzt neu anbietest?

Julia Freitag: Mit styleproofed.tv wollen wir neuen Brands, lokalen Designgrößen und nachhaltigen Produkten mehr digitale Aufmerksamkeit schenken und in unseren Live-Shows die “Story behind the Brand“ und die Hero-Produkte samt Funktions- und Produktionsdetails zusammen mit den Brand Machern erläutern und vorstellen.

Wir verbinden in unseren LIVES den oft unpersönlichen E-Commerce mit persönlichen Interviews und Entertainment zu einem neuen Social Shopping-Format.

FCG: Du kommst ursprünglich aus dem Journalismus und warst lange Jahre Moderedakteurin und dann später Fashion Director bei Magazinen wie Vanity Fair, Glamour etc. Wie hat sich die Branche aus Deiner Perspektive in den letzten 20 Jahren verändert?

JF: Die Trendzyklen sind so viel schnelllebiger geworden und die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten für Produkte hat sich sehr ins SEE NOW & BUY NOW verlagert.  Für Journalisten und Stylisten, wie mich, hat sich daher viel geändert, denn die klassischen Mode-Magazine müssen zusätzlich alle digitalen Formate und Social Media Accounts bedienen.

Leider lässt sich ein tolles, aufwändiges Fotoshooting, wie ich es noch aus meiner Zeit bei Condé Nast produzieren konnte, kaum noch finanzieren und der Druck zusätzlich zu den Fotos, ein perfektes Fashion-Video und gute Social Media-Posts mal so easy nebenbei mitzumachen, ist zur Normalität geworden.

Daher bedeutet für mich Social Media Work eher liebevoller Alltag, wo dann auch die Bildsprache realistisch und lebensnah funktioniert, und die Fashionshoots und Fashionshows sind meine ganz besonderen Ausflüge in die Branche.

FCG: Welche (deutsche) Modemarken haben es aus Deiner Perspektive geschafft, national wie international Erfolg zu haben? Was waren dafür die Gründe?

JF: Spannend finde ich, dass es einige sehr eskapistische Labels aus den Anfängen des Berliner Salons in die internationale Wahrnehmung geschafft haben - mir fällt da spontan Horror Vacui und Rianna+Nina ein.

Und dann gibt es auch noch sehr authentische Marken, wo die Founder ihren Design Geschmack und ihre Marken-ID über Jahre immer wieder mit viel Stringenz und Qualität kommunizieren. Das sind für mich z.B. Jörg und Otto von Odeeh, Johnny und Adrian von Talbot Runhof oder Leyla von Lala Berlin.

FCG: Du warst lange u.a. neben Deiner Tätigkeit als Mode- und Trendexpertin und Beratung auch als Stylistin tätig. Gibt es Tipps, die Du jungen (deutschen) Labels mit auf den Weg geben möchtest?

JF: Ich würde jedem jungen Label raten, sich auf ein oder zwei Hero-Produkte zu fokussieren im Design und in der Kommunikation. Denn der Total Look Gedanke ist weder bei Einkäufern noch bei den Konsumenten die Realität.

FCG: Was macht den Standort Deutschland für Dich attraktiv und wie würdest Du Berlin als Modemetropole bewerten?

JF: Ich bin eine waschechte Berlinerin und liebe meine so unperfekt-chaotische und modisch sehr indifferente Stadt natürlich sehr für ihre freigeistige Haltung, ihre Offenheit gegenüber anderen Kulturen und die Möglichkeit sich in ihr immer wieder neu zu erfinden. Problem ist nur, dass in Berlin der Status nicht über Mode definiert wird und daher auch zu wenig Geld für gute Mode ausgegeben wird.

Ich hoffe, mit dem Thema Upcycling-, Vintage-, Made to Order - und Sustainable Fashion kann sich Berlin modisch neu und stark positionieren. Das passt gut in den Lifestyle der Stadt und ist hoffentlich die Zukunft.

Wir bedanken uns bei Julia Freitag für das Gespräch.

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