14. Juli 2026
Zehn Jahre GmbH, ein Jahrhundert Berliner Modegeschichte: Im Kronprinzenpalais ließen Serhat Işık und Benjamin A. Huseby zum Abschluss der Berlin Fashion Week im Juli 2026 eine Szene wieder auferstehen, die ausgelöscht worden war. Ihre Kollektion ist angelehnt an die Arbeiten Berliner Modeschaffende, die Anfang des 20. Jahrhunderts auf Augenhöhe mit Paris gearbeitet hatten, bevor sie von den Nationalsozialisten systematisch verfolgt, enteignet, ermordet wurden.
Modehäuser wie Clara Böhm, Hermann Gerson oder Staebe-Seger inspirierten die beiden Designer zu einer eleganten Formsprache, dezenter Farbwahl und aufwendigen Schnittlösungen – GmbHs signifikant sportive Silhouetten trafen auf konkrete historische Referenzen. Für die Recherche zu ihrer Kollektion besuchten Işık und Huseby das Archiv von Julia Schwarz, einer Sammlerin historischer Berliner Mode.
Angesichts erstarkender rechter Strömungen, so beschreiben die beiden in ihrem Programmheft zur Modenschau, sei die Erinnerung an diese Blütezeit auch als Mahnung zu verstehen: Das Label positioniert sich ohnehin stets politisch und lässt keinen Zweifel daran, dass es diese Haltung angesichts zunehmender rassistischer und diskriminierender Tendenzen in der Gesellschaft nicht aufgeben wird.

Ermöglicht wurde die aufwendige Realisierung der Show auch durch den diesjährigen Gewinn des FCG/VOGUE Fashion Fund: Der gemeinsame Förderpreis von Vogue Germany und dem Fashion Council Germany ging in der zweiten Edition an das Designer-Duo – inklusive eines Preisgeldes von 50.000 Euro, das durch die Kosmetikmarke KIKO Milano bereitgestellt wurde, einem Mentoring-Programm sowie der Umsetzung der Runway Show während der Berlin Fashion Week, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.
Unsere Backstage-Impressionen zeigen die Stimmung hinter den Kulissen der Modenschau und ein kurzes Interview mit den beiden Designern: HIER GEHT ES ZUM BACKSTAGE VIDEO
AUTOR:IN
Ronja Hetland
ANSPRECHPARTNER:IN
Laura Altenberg
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