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7. Sept. 2026

Zweiteiler oder Einteiler? Egal – Hauptsache Bademode! Als Direktorin von Gran Canaria Moda Cálida will Minerva Alonso die Gran Canaria Swim Week ganz nach vorne bringen. Seit 1996 hat sich die Veranstaltung zu Europas führender Plattform für Swimwear entwickelt – und soll künftig noch stärker zur Bikini-Brücke zwischen Europa und Amerika werden. Im Interview spricht Minerva, dessen Förder- und Entwicklungsprogramm Gran Canaria Moda Cálida wie der Fashion Council Germany Teil der European Fashion Alliance ist, über internationale Zusammenarbeit und ihre ganz persönliche Vision für die Gran Canaria Swim Week.


Hat viel vor: Minerva Alonso ist die treibende Kraft hinter der Gran Canaria Swim Week.
Hat viel vor: Minerva Alonso ist die treibende Kraft hinter der Gran Canaria Swim Week.

 

Minerva, was bedeutet europäische Mode für dich?

Für mich ist europäische Mode ein Ausdruck unserer Art zu leben, zu gestalten und die Welt durch Vielfalt zu verstehen. Europa besteht aus Ländern mit sehr unterschiedlichen Kulturen, Traditionen, Werten und Identitäten – und genau dieser Reichtum macht die europäische Mode einzigartig. Jedes Land und jede Region bringt ihre eigene Perspektive ein und teilt zugleich eine gemeinsame Identität, die auf Kreativität, Innovation, Qualität und Respekt vor kultureller Vielfalt basiert. Europäische Mode ist in jedem einzelnen Land unverwechselbar und zugleich bemerkenswert stark, wenn sie als gemeinsames Ganzes präsentiert wird.


Die jüngste Ausgabe der Gran Canaria Swim Week fand vom 24. bis 27. Juni statt. Was waren die wichtigsten thematischen und strategischen Schwerpunkte dieser Ausgabe? Die Gran Canaria Swim Week ist seit jeher mit einer Reihe von Werten verbunden, die sowohl unsere Insel als auch die hier entstehende und präsentierte Bademoden repräsentieren: Freiheit, Vielfalt, Nachhaltigkeit und der kosmopolitische Charakter Gran Canarias. In diesem Jahr wollten wir diese Botschaften verstärken und gleichzeitig ein Konzept integrieren, das für unser Verständnis von Mode, Sommer und dem mit Bademode verbundenen Lebensstil immer relevanter wird: Wellbeing. Aus diesem Grund gehörten Gesundheit und Wohlbefinden zu den zentralen Themen dieser Ausgabe. Bademode dreht sich nicht nur um Ästhetik, sondern ist auch mit einer Lebensweise verbunden, die Selbstfürsorge, die Freude an unserer Umgebung und einen ausgewogenen Umgang mit unserem Körper und unserer Umwelt in den Mittelpunkt stellt.


Als Europas einzige professionelle Runway-Veranstaltung, die sich ausschließlich der Bademode widmet, hat sich die Gran Canaria Swim Week in diesem Jahr erstmals am internationalen Bademoden-Kalender orientiert und fand zeitgleich mit den Swimwear Weeks in Miami und Las Vegas statt.

Ja, und die Botschaft war sehr klar: Gran Canaria ist Europas führende Plattform für Bademoden. Indem wir uns am internationalen Kalender orientieren, wollen wir unsere Rolle als Treffpunkt für europäische Bademoden-Marken stärken und ihnen eine Plattform bieten, auf der sie ihre Kollektionen präsentieren, neue Märkte erschließen und mit Einkäufer sowie Branchenvertreter aus aller Welt in Kontakt treten können. Gleichzeitig wollen wir unsere Rolle als Brücke zwischen Europa und Amerika festigen. Gran Canaria verfügt über eine privilegierte geografische und kulturelle Position, die den Austausch zwischen beiden Kontinenten begünstigt. Wir sind überzeugt, dass die Bademode hier einen einzigartigen Raum für Dialog, Zusammenarbeit und gemeinsames Wachstum finden kann.

Sieht gut aus: In Gran Canaria präsentieren sich Bademoden-Labels wie Gisela.
Sieht gut aus: In Gran Canaria präsentieren sich Bademoden-Labels wie Gisela.

Interkultureller Dialog ist heute besonders wichtig. Schon in der Frühjahr/Sommer-Saison 2025 hat die GCSW mit dem Council of Fashion Designers of America zusammengearbeitet und erstmals deren Designer zur Veranstaltung eingeladen. In dieser Saison waren außerdem internationale Designer wie Banana Moon, Alexandra Miro und Melissa Odabash zu Gast.

Internationale Zusammenarbeit ist ein grundlegender Bestandteil unserer Vision für die Gran Canaria Swim Week. Wir wollen eine wirklich internationale Plattform bleiben – und das ist nur möglich, wenn wir weiterhin Designer, Marken, Einkäufer und Branchenvertreter aus verschiedenen Ländern willkommen heißen. Unser Ziel ist es, Gran Canaria zu einem Ort des Austauschs zwischen der europäischen und amerikanischen Bademode zu machen. Dafür müssen wir ein international ausgerichtetes Programm aufrechterhalten und die Beteiligung von Marken aus aller Welt aktiv fördern. In diesem Zusammenhang spielt die European Fashion Alliance eine wesentliche Rolle. Für uns ist sie zu einem Raum für Dialog, Lernen und gemeinsames Wachstum geworden. Sie ermöglicht es uns, zu verstehen, wie andere Länder arbeiten, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und eine stärkere, kooperativere europäische Vision für die Zukunft der Branche zu entwickeln.


Wie Sie bereits gesagt haben, besteht eines Ihrer Ziele darin, Gran Canaria und seine Modeindustrie auf der globalen Landkarte zu positionieren. Wie können Allianzen wie die EFA dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen?

Partnerschaften sind entscheidend, um die Reichweite jedes Projekts zu vergrößern. Die EFA ermöglicht es uns, Teil eines führenden europäischen Netzwerks zu sein, Erfahrungen auszutauschen und Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Institutionen und Plattformen zu schaffen, die in ihren jeweiligen Ländern eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig kann auch Gran Canaria einen wertvollen Beitrag zu diesem Netzwerk leisten. Wir sind eine öffentliche, offene und hoch spezialisierte Plattform mit einer einzigartigen Position innerhalb der internationalen Bademoden-Landschaft. Indem wir unser Arbeitsmodell teilen und unsere Plattform in den Dienst europäischer Initiativen stellen, tragen wir dazu bei, das gesamte Ökosystem der europäischen Mode zu stärken.


Was können Gran Canaria und seine Modeplattform konkret von anderen europäischen Partnern lernen? Und wie kann die GCSW diese im Gegenzug unterstützen?

Wir können sehr viel aus den Erfahrungen anderer Länder lernen. Uns interessiert insbesondere, mit welchen Herausforderungen ihre Modeunternehmen konfrontiert sind, wie sie mit Nachhaltigkeit, dem Schutz traditioneller Handwerkskunst, Innovation und internationaler Wettbewerbsfähigkeit umgehen. Die EFA verschafft uns Zugang zu diesem Wissen und hilft uns, besser zu verstehen, wie sich die Branche in den unterschiedlichen europäischen Kontexten entwickelt. Im Gegenzug kann die Gran Canaria Swim Week eine international anerkannte spezialisierte Plattform, umfangreiche Erfahrung in der Förderung von Bademoden sowie ein Modell öffentlicher Unterstützung anbieten, das auch für andere Regionen von Wert sein kann. Der Austausch von Wissen und Best Practices sollte immer ein Prozess in beide Richtungen sein.


Unter der Sonne Spaniens: Der erste Summit der European Fashion Alliance fand 2023 auf Gran Canaria statt.
Unter der Sonne Spaniens: Der erste Summit der European Fashion Alliance fand 2023 auf Gran Canaria statt.

Sie haben bereits zuvor über Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der EFA und dem Green Deal gesprochen. Welche nachhaltigen Praktiken oder Ansätze kann Gran Canaria in den europäischen Dialog einbringen?

Nachhaltigkeit ist Teil einer umfassenderen Strategie, die das Cabildo de Gran Canaria im Rahmen unseres Ecoisland-Modells entwickelt hat. Dieser Ansatz verbindet Energieeffizienz, ökologische Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität, sozialen Zusammenhalt und den Erhalt kultureller Werte. Innerhalb von Gran Canaria Moda Cálida übertragen wir diese Prinzipien auf den Modesektor und setzen sie durch eine Reihe von Initiativen um. Wir fördern nachhaltige Praktiken durch unsere Unterstützungsprogramme, integrieren Nachhaltigkeitskriterien in Teilnahme- und Auswahlverfahren und fördern einen Ethikkodex, den alle teilnehmenden Marken übernehmen müssen, um Teil des Programms zu sein. Wir sind der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet werden muss. Dazu gehören ökologische Verantwortung, gesellschaftliches Engagement und der Erhalt der kulturellen Identität jeder Region.


Die EFA wurde 2022 gegründet, während es die Gran Canaria Swim Week bereits seit 1996 gibt. Wie hat die Entstehung der EFA die Mission der GCSW unterstützt oder beeinflusst? Hat sich die Rolle der GCSW dadurch in irgendeiner Weise verändert?

Der Beitritt zur EFA war für die Gran Canaria Swim Week äußerst positiv. Unser erster Kontakt entstand über den Fashion Council Germany, für dessen Unterstützung wir besonders dankbar sind. Er hat einen sehr wertvollen Dialog ermöglicht und uns den Zugang zu einem europäischen Netzwerk der Zusammenarbeit eröffnet, das für unsere Entwicklung von großer Bedeutung war. Dank dieser ersten Unterstützung konnten wir unsere Vision teilen, Orientierung erhalten und Beziehungen aufbauen, die für die internationale Entwicklung der Gran Canaria Swim Week entscheidend waren. Die Teilnahme an der Allianz hat unsere Internationalisierungsstrategie gestärkt, uns den Austausch von Wissen mit anderen europäischen Organisationen ermöglicht und unser Engagement für Nachhaltigkeit sowie für die Entwicklung einer verantwortungsvolleren Modeindustrie verstärkt. Die EFA hat unsere Mission nicht verändert, sondern dazu beigetragen, sie zu erweitern und auf eine deutlich stärkere europäische Ebene zu heben.


Der erste EFA Summit fand Anfang 2023 auf Gran Canaria statt. Was bedeutete dieses Treffen für die GCSW als Gastgeberin und Gründungsmitglied?

Es war sowohl eine große Ehre als auch eine bedeutende Verantwortung. Vertreter:innen der führenden europäischen Fashion Councils und Modeorganisationen auf Gran Canaria willkommen heißen zu dürfen, war eine wichtige Anerkennung unserer bisherigen Arbeit. Der Summit bot uns die Möglichkeit, unsere Vision vorzustellen, unser Modell der öffentlichen Unterstützung über Gran Canaria Moda Cálida zu erläutern und unseren europäischen Partnern die Arbeit zu präsentieren, mit der wir die Gran Canaria Swim Week international als führende europäische Bademoden-Plattform positioniert haben. Es war außerdem eine außergewöhnliche Gelegenheit, die Position der Insel auf der europäischen Mode-Landkarte zu stärken und Beziehungen zu festigen, die bis heute weiter wachsen und sich entwickeln.


Internationale Partnerschaften, etwa mit der Copenhagen Fashion Week, der Berlin Fashion Week und Mailand, haben bereits zur internationalen Positionierung der Gran Canaria Swim Week beigetragen. Welche Ziele möchten Sie gemeinsam mit der EFA in Zukunft erreichen?

Wir wollen die Rolle Gran Canarias als internationalem Referenzpunkt für Bademoden weiter stärken und gleichzeitig unser Modell der öffentlichen Unterstützung für den Modesektor innerhalb der EFA teilen. Wir sind fest davon überzeugt, dass öffentliche Institutionen eine wichtige Rolle bei der Stärkung kreativer Branchen spielen können, und möchten diese Erfahrung weiterhin in den europäischen Dialog einbringen. Unser Ziel ist es, Gran Canaria als internationales Modeziel zu etablieren, weiterhin Chancen für unsere Unternehmen zu schaffen und aktiv zu den gemeinsamen Zielen der EFA in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Innovation, Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Modesektors beizutragen.

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AUTOR:IN
Sinah Griessler
ANSPRECHPARTNER:IN
Manuel Almeida Vergara
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MITGLIEDER
Minerva Alonso: „Gran Canaria soll zum führenden Hub für europäische und amerikanische Bademoden werden“

Interview

Minerva Alonso: „Gran Canaria soll zum führenden Hub für europäische und amerikanische Bademoden werden“

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