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- Alte Meister, neue Mode: Fashion Council Germany eröffnet „Echoes of Tomorrow“ in der Gemäldegalerie
29. Jan. 2026 Nicht nur rund 400 geladene Gäste – auch zahlreiche Figuren der Kunstgeschichte wohnten am Donnerstag einem einzigartigen Abend in der Gemäldegalerie bei: Unter den Augen der prachtvoll Portraitierten – gemalt von einigen der größten Künstler aller Zeiten – wurden im Vorfeld der Berlin Fashion Week (30. Januar bis 2. Februar) gleich zwei Modeausstellungen in den Museumsräumen eröffnet. Während im vorderen Teil der Wandelhalle die Ausstellung „Gallery Looks. Modeinszenierungen in der Gemäldegalerie“ einen Dialog zwischen zeitgenössischen Modefotografien und -entwürfen und den Gemälden der Alten Meister wie inszeniert, widmet sich “Echoes of Tomorrow” im hinteren Teil des imposanten Museumsraumes ganz den Arbeiten junger Designer:innen: Die Schau zeigt eine Kollektion des V-Collective, das sich aus Stipendiat:innen der diesjährigen Ausgabe der Initiative “Fashion x Craft” zusammensetzt, realisiert durch den Fashion Council Germany in Kooperation mit eBay Deutschland und The King’s Foundation . Innerhalb eines Förderjahres wurden den Teilnehmer:innen Aleksander Kudrischow, Laura De Sousa, Lennart Bohle, Jon Liesenfeld und Melanie Parzenczewki traditionelle Handwerkskünste wie Weben und natürliche Färbeprozesse, aber auch modefremde Techniken wie Holz- und Metallarbeit vermittelt. Entstanden ist daraus die vielschichtige Kollektion “Echoes of Tomorrow”, die in der Gemäldegalerie dazu einlädt, über Gestern und Heute, den Wert der Handarbeit und die Zukunft der Mode nachzudenken. “Als Fashion Council Germany ist uns die Bewahrung des Handwerks eine echte Herzensangelegenheit. Insofern freut es mich ganz besonders, dass das V-Collective mit seiner Kollektion traditionelle Techniken sichtbar macht und so zu ihrem Erhalt beiträgt. Dass wir diese Arbeiten im musealen Raum zeigen, in dem auch die Genialität und das handwerkliche Können so vieler Alter Meister zu sehen ist, entspricht unserem zentralen Anspruch: Wir wollen Mode nicht nur als zeitgenössische Ausdrucksform, sondern zudem als Kulturgut mit einer reichen Geschichte erfahrbar machen”, so die Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany, Christiane Arp, die das V-Collective während der Entstehung seiner Kollektion und der zugehörigen Ausstellung begleitet hat. Diese Schaffensphase wird auch in der Gemäldegalerie erlebbar: Eine zum Teil rohbauliche Wandgestaltung erweckt den Eindruck eines Ateliers – und überträgt den Arbeitsprozess so in den institutionellen Raum. Die Kollektion selbst zeigt sich als charmante Materialschlacht: ein steifes Jackenmodell, das mittels der Korbflechttechnik entstand, eine geklöppelte Robe, die wie ein feingliedriges Netz den Körper hinabfällt, eine Jacke aus dünnem Holz und Ärmelpartien aus schwerem Metall – ein denkbar fantasievolles wie handwerklich anspruchsvolles Gesamtkunstwerk. Die Ausstellung „Gallery Looks. Modeinszenierungen in der Gemäldegalerie“, die parallel zu “Echoes of Tomorrow” bis zum 31. Mai geöffnet bleiben wird, zeigt indes, wie Mode, Fotografie und Malerei korrespondieren. Den Anstoß für die Schau hatte der renommierte Fotograf Ralph Mecke gegeben, der in Bildproduktionen zuvor erforschte, wie Kompositionen, Lichtstimmungen und Symbolik der Alten Meister in zeitgenössischen Entwürfen wiederkehren. Neben seinen Modefotografien werden Videoarbeiten Florian Azars und Kleidungsstücke der Designer:innen Anne Bernecker, Karen Jessen, Alexander Gigl und Estelle Adeline Trasoglu von der Marke Plaid-à-Porter gezeigt. Die Schau wurde von Katja Kleinert, Kuratorin für niederländische und flämische Kunst des 17. Jahrhunderts an der Berliner Gemäldegalerie, kuratiert; das Modekonzept entwickelte Christiane Arp. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Manuel Almeida Vergara INFOS ANFRAGEN press@fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Berlin Fashion Week Alte Meister, neue Mode: Fashion Council Germany eröffnet „Echoes of Tomorrow“ in der Gemäldegalerie
- LAST CALL - FCG/VOGUE Fashion Fund
10. Apr. 2024 Gemeinsam mit VOGUE Germany bringt der Fashion Council Germany den Fashion Fund erstmals nach Deutschland. Der international etablierte Wettbewerb dient der Förderung von aufstrebenden Designtalenten , die einen besonders innovativen Ansatz verfolgen. Bewerben können sich Designer:innen die ein Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland haben und seit mind. 2 und max. 15 Jahren am Markt sind. Die Bewerbung ist nur noch bis zum 15.04.2024, 23.59 Uhr möglich! Der / die Gewinner:in wird mit einem Preisgeld und zusätzlichen Leistungen im Gesamtwert von 100.000 Euro ausgezeichnet. Dies beinhaltet u.a. eine redaktionelle Einbindung bei VOGUE Germany, eine Fashion Show während der Berlin Fashion Week im Februar 2025, diverse Kommunikationsleistungen durch Condé Nast und den FCG sowie ein exklusives Business Mentoring Programm, welches den / die Gewinner:in mit Branchenexpert:innen aus verschiedenen Bereichen wie Sales, Produktion, Styling, Lieferketten und Handwerkskunst zusammen bringt. Weitere Infos zu den Teilnahmebedingungen, den einzureichenden Unterlagen sowie das Bewerbungsformular gibt es HIER . Wir freuen uns auf eure Bewerbungen! Der FCG/VOGUE Fashion Fund wurde ausgezeichnet im Wettbewerb innovativer Veranstaltungsformate. Der Wettbewerb wird kofinanziert von der Europäischen Union und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Fotocredit: Richert Beil by Caroline Kynast für BFW AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Antara Gill INFOS ANFRAGEN antara.gill[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.fashion-council-germany.org/initiativen/fcg%2Fvogue-fashion-fund https://www.fashion-council-germany.org/fcg-vogue-fashion-fund-submission MITGLIEDER Condé Nast Germany GmbH PREVIOUS NEXT Wettbewerb LAST CALL - FCG/VOGUE Fashion Fund
- Von Fashion x Craft zum Festival de Hyères: Sofia Hermens Fernandez und Taskin Goec über ihre Nominierung beim wichtigsten Modepreis der Welt
20. März 2025 Es ist der älteste und prestigeträchtigste Modepreis der Welt: In der Jury des Festival d’Hyères, für das alljährlich das Who is Who der Fashionwelt an die malerische Côte d’Azur reist, sitzen in diesem Jahr unter anderem Marine Serre, Grace Wales Bonner und Ludovic de Saint Sernin. Uns beim Fashion Council Germany freut es deshalb umso mehr, dass in diesem Jahr zu den Nominierten gleich zwei ehemalige Teilnehmende von Fashion x Craft zählen. In Partnerschaft mit eBay Deutschland und The King’s Foundation unterstützen wir mit diesem Programm junge Mode- und Texildesigner:innen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Handwerkskunst und Innovation. Was Sofia Hermens Fernandez und Taskin Goec daraus mitgenommen haben, verraten sie uns im Interview. Sofia Hermens Fernandez Bitte fasse für uns in einem Satz zusammen, wofür du als Designerin stehst. Ich stehe für mädchenhafte, verspielte Details und aufwendige Textilmanipulationen. Girlhood ist das große Überthema deiner Kollektion, die du auf dem diesjährigen Festival d’Hyères zeigen wirst. Woher kommt die Faszination dafür? Gab es dafür ein Schlüsselerlebnis oder eine spezielle Erfahrung während deinem Aufwachsen? Meine Faszination mit Mode drehte sich schon immer darum, wie diese ein einflussreiches Mittel ist, um verschiedene Visionen von Weiblichkeit zu konstruieren. Girlhood als Konzept ist eine dieser Visionen und ich bin fasziniert von den ganzen textilen Details, die in der westlichen Mädchenkultur enthalten sind. Ich selbst mochte rosa und verspielte Details wie Schleifchen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Gesellschaft mir sagt, ich darf mich diesen Dingen nicht hingeben, wenn ich ernst genommen werden will. Natürlich wollte ich ernst genommen werden, also lehnte ich sie schlagartig ab. Meine Vorliebe für mädchenhafte Sachen war aber nie wirklich weg, und nun widme ich mich ihnen als Designerin, auf meine ganz persönliche Art und mit Handarbeit. In deinen Designs verklärst du Mädchenhaftigkeit einerseits und dekonstruierst sie andererseits. Welche Wirkung möchtest du mit dem Endergebnis erzielen? Ich möchte zeigen, dass handgearbeitete Stücke, die mit viel Hingabe gemacht werden, einen hohen Wert haben. Girlhood ist für mich persönlich eine Lebenseinstellung, die Neugierde, Freiheit, Kreativität und Liebe zum Detail mit sich bringt und all das setze ich in meiner Arbeit um. Foto: Tobias Wendt Beschreibe uns ein Key Piece in deiner Kollektion, in dem sich deine Vision am deutlichsten widerspiegelt. Da würde ich zu dem pinken, komplett handgestrickten Kleid greifen, welches mich auch zur Finalistin bei Hyères gemacht hat. Es besteht aus Mohair-Seidengarn und ich habe es mit der Hilfe meiner Mutter umgesetzt. Mit dem drapierten Tüllkleid darunter ist es eine einzige pinke Wolke – unfassbar leicht zu tragen und wärmend durch das Garn. Ein wichtiger Bestandteil deiner Vision ist Handarbeit, die in unserer kollektiven Wahrnehmung ebenfalls eng mit Girlhood verknüpft ist, da diese Techniken einst vor allem von jungen Mädchen erlernt wurden. Viele betrachten sie deshalb heute als kritisch. Wie schaust du auf die Tradition der weiblichen Handarbeit in all ihren Facetten? Der Narrativ rund um weibliche Handarbeit ist historisch davon geprägt, dass sie als reiner „Zeitvertreib“ zu Hause angesehen wurde. Dabei liegt in Handarbeit unfassbar viel Wissen und technische Fähigkeiten, sowie die Macht Dinge selbst zu kreieren, was in unserer neo-kapitalistischen Welt ganz schön Wucht haben kann. Frauen sind in einflussreichen Positionen in der Modeindustrie leider nach wie vor die Minderheit, und ich denke, dass es einfach auch daran liegt, dass sie in der kollektiven Erinnerung mit Nadel und Faden in der Hand geboren werden, während ein Mann in der Modeindustrie eher als genial gilt. Welche Rolle hat Fashion x Craft in deiner Entwicklung als Designerin gespielt? Fashion x Craft ist ein wunderbares Programm, es hat mir über einen längeren Zeitraum immer wieder Gedankenfutter gegeben und mich gesehen fühlen lassen. Ich war noch nicht fertig mit meinem Studium, aber durch das Programm kam ich bereits mit vielen inspirierenden Menschen in Kontakt, die mich in meiner Arbeit bestärkt haben. Foto: Tobias Wendt Was waren bei Fashion x Craft die Learnings, Kontakte oder Erfahrungen, aus denen du am meisten Nutzen ziehen konntest? Viele Menschen, die ich durch das Programm kennengelernt habe, waren sehr warmherzig und hatten interessante Fähigkeiten und großes Wissen, wovon ich für mich selbst viel mitnehmen konnte. Mit den fünf anderen Teilnehmenden sind großartige Freundschaften und Zusammenarbeiten entstanden. Der Fashion Council Germany bot uns gute Möglichkeiten, unsere Arbeiten professionell zu präsentieren und er unterstützt uns weiterhin. Im Zuge des Programms hast du drei Wochen in einer Bildungsstätte der The Prince’s Foundation im englischen Highgrove verbracht, bei der es sich um einen Teil des Anwesens von Prinz Charles handelte. Was ist deine liebste Erinnerung an bzw. Anekdote aus dieser Zeit? Die drei Wochen dort waren unfassbar schön, wir hatten wunderbare Mentor:innen und das gesamte Umfeld war sehr inspirierend. Ich habe in der Zeit viel Input gesammelt und mich unfassbar eng mit den Mentor:innen und anderen Teilnehmenden ausgetauscht - und gelacht. Es gibt viel zu viele Erinnerungen und Anekdoten aus der Zeit, aber besonders lieb war mir mein Geburtstag dort und wie selbst die Polizist:innen, die Highgrove bewacht haben, mir herzlich gratulierten. Es geht bekanntlich nicht immer nur um das Gewinnen – was ist deine persönliche Motivation für die Teilnahme am Festival d’Hyères? Finalistin zu sein ist bereits ein großer Zuspruch für meine Arbeit. Ich hoffe, neue wertvolle Kontakte und Verbindungen zu knüpfen, die mich als junge Designerin weiterbringen. Taskin Goec Worum genau geht es bei Studio Taskin? Studio Taskin schlägt eine Brücke zwischen konventioneller und digitaler Mode und verbindet das Sinnliche mit dem Virtuellen. Du selbst bezeichnest dich als „Mixed-Reality-Modedesigner“ – was verstehst du darunter und was sind die Besonderheiten in deinem Schaffensprozess, die auf viele Menschen noch neu und nicht greifbar wirken? Es gibt noch keine etablierte Bezeichnung für das, was ich mache. Ich verwende „Mixed-Reality-Modedesigner“, weil meine Arbeit sowohl physisch als auch digital stattfindet. In meinem Studio kombiniere ich frei Tools und Techniken und entwickle kontinuierlich neue Workflows, vom einfachen Stickrahmen bis zum High-End-Computer. Ich sehe technologische Innovationen als eine der größten Chancen unserer Zeit. Deshalb frage ich mich täglich aufs Neue: Welche neuen Tools gibt es, und wie können sie den Entwurf und die Produktion von Mode bereichern? Was sagst du Menschen, die fürchten, digitale Technologien und KI würden traditionellem Handwerk entgegenstehen und es möglicherweise verdrängen? Ich möchte zeigen, dass beides Hand in Hand geht und dass es auch digitales Handwerk gibt. Hinter KI-Modellen stehen Menschen, die sie trainieren, fine-tunen und mit ihnen Inhalte generieren. Wir müssen lernen, KI-Anwendungen gezielt und kontrolliert zu nutzen. Dass traditionelles Handwerk verdrängt wird, ist zudem eine Entwicklung, die unter anderem mit den globalen Märkten zusammenhängt – und kein neues Phänomen, das allein der KI geschuldet ist. Seit diesem Jahr bieten Rafael Herzberger und ich Workshops, Seminare und Lehrveranstaltungen an, in denen wir KI-Workflows für Design vermitteln. Unser Ziel ist es, einen Überblick über die komplexe Landschaft zu geben und individuelle Prozesse zu entwickeln. Taskin Goec ist der kreative Kopf hinter Studio Taskin Wie würdest du das Zusammenspiel von dir als Person mit den Tools, die du nutzt, beschreiben? Sind sie eine Verlängerung deiner selbst? Oder eher ein ausgelagerter Pool an Wissen und Fähigkeiten? Ich behandle meine Tools wie ein Team von Assistenten. Woraus konntest du bei Fashion x Craft am meisten Nutzen für dich ziehen? Handwerk bedeutet Offenheit gegenüber dem Material: zu lernen, es sprechen zu lassen und sein Potenzial zu erkennen. Diese Haltung lässt sich auf vieles im (Arbeits-)Alltag übertragen. Was ist deine liebste Erinnerung aus der Zeit, die du bei Fashion x Craft verbracht hast? Das Seilflechten und das Lernen über traditionelle irische Rituale. Die Kreativität, die es braucht, aus Rohstoffen wie Roggenstroh flexible, robuste Strukturen zu schaffen und die Wertschätzung dafür, die sich in Fest, Spiel und Ritual ausdrückt. Und natürlich: das Seilspringen damit! Rover Glam Sunglasses von Studio Taskin Du bist nominiert in der Kategorie Accessoires beim diesjährigen Festival d’Hyères – kannst du uns ein Design von dir, das es dort zu sehen geben wird, näher beschreiben? Das Herzstück der Kollektion ist eine modulare Sonnenbrille. Ihr Design wurde mit einer generativen KI entwickelt, die ich mit all meinen bisherigen Entwürfen und Renderings trainiert habe, eine Art digitale Kopie meiner kreativen DNA. Was hast du dir persönlich als Ziel für das Festival d’Hyères gesteckt? Das Festival d’Hyères ist ikonisch. Als Finalist repräsentiere ich einen neuen Ansatz: den eines Mixed-Reality-Designers. Es geht mir nicht nur um meine Entwürfe, sondern darum, Design aus einer innovativen Perspektive zu denken und zu vermitteln. AUTOR:IN Ann-Kathrin Riedl ANSPRECHPARTNER:IN Ann-Kathrin Riedl INFOS ANFRAGEN ari[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Interview Von Fashion x Craft zum Festival de Hyères: Sofia Hermens Fernandez und Taskin Goec über ihre Nominierung beim wichtigsten Modepreis der Welt
- Aeyde: Die Krise trifft jeden in der Mode
28. Apr. 2020 FCG: Wie geht es euch und eurem Label in der Krise? Aeyde: Es trifft im Grunde jedes Modeunternehmen, somit ist es derzeit für niemanden in der Branche einfach. Durch den Zeitpunkt, in den Corona fällt, sind leider gleich zwei Saisons betroffen — die aktuelle Sommersaison sowie alle zukünftigen Bestellungen für Herbst/Winter. FCG: Wo und wie verbringt ihr eure Tage? Aeyde: Wir arbeiten: Unser gesamtes Team ist seit dem 13. März im Homeoffice, damit sind wir nun in der sechsten Woche. Die Umstellung lief einwandfrei und wir haben uns alle sehr schnell an tägliche Videokonferenzen und digitale Meetings gewöhnt. FCG: Wie wird Corona die Modewelt verändern? Aeyde: Corona wird eine langfristige Veränderung der Fashion-Industrie bewirken. Die Retail Branche, wie sie früher funktionierte, wird so nicht mehr weitermachen können. Hier müssen Konzepte überdacht werden. Marken, die digital etabliert sind, werden schnell wieder auf die Beine kommen. Insgesamt wird die Digitalisierung schneller denn je vorangetrieben, veraltete Konzepte werden es hingegen sehr schwer haben. FCG: Welche Auswirkungen wird die Krise aufs Weltgeschehen haben? Aeyde: Weniger Reisen, vor allem Geschäftsreisen, denn wir haben alle gelernt, wie wunderbar man über Videokonferenzen Meetings machen kann. Beim Thema Konsum wird zukünftig mehr auf hohe Qualität gesetzt und in Langlebiges investiert — anstelle wie bisher in Masse. FCG: Tipps für die Quarantäne? Aeyde: Persönlich versuche ich jeden Tag eine Stunde draußen zu laufen um den Kopf frei zu bekommen. Dadurch, dass man weniger Bewegung bekommt als normalerweise, ist gesunde Ernährung noch wichtiger. Ich versuche jeden Tag frisch zu kochen und probiere Neues aus. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Lydia Kleiber INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.aeyde.com/ MITGLIEDER Aeyde PREVIOUS NEXT Interview Aeyde: Die Krise trifft jeden in der Mode
- Fashion Council Germany empfängt Gäste zum Fireside Dinner in Hamburg
10. Okt. 2024 Hamburg, 10. Oktober 2024: Am Mittwochabend trafen sich 40 handverlesene Gäste aus den Bereichen Mode, Politik und Presse zu einem exklusiven Abendessen im renommierten Restaurant east in Hamburg. Das Event diente dem Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Modebranche und förderte das branchenübergreifende Networking zwischen einflussreichen Akteur:innen. Ziel des Abends war es, nicht nur die Vernetzung innerhalb der Modebranche zu stärken, sondern auch Brücken zu relevanten Entscheidungsträger:innen aus Politik und Medien zu schaffen. Am Nachmittag hatten einige Gäste bereits die Möglichkeit an einem Knitting Workshop teilzunehmen. Der Workshop am Nachmittag fand im FABRIC Future Fashion Lab , einem Projekt der Hamburg Kreativ Gesellschaft , statt. Unter der Anleitung von Isabelle Mann, Gründerin und Designerin des in Hamburg ansässigen Labels faible and failure , lernten die Teilnehmer:innen das Häkeln von Handtaschen aus recycelten Seidenstoffen. Das FABRIC ist ein Ort für nachhaltige Mode in Hamburg, an dem Designer:innen, Modelabels und Unternehmen aufeinandertreffen um die Zukunft der Modewelt zu entwerfen und zu prägen. Christiane Arp , Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany, betonte in einer ersten Begrüßung: „ Der Austausch zwischen Mode, Politik und Medien ist unerlässlich, um ein neues Ökosystem Mode zu schaffen. Es ist besonders wichtig, die talentierten und kreativen Modedesigner:innen zu bestärken, die ein zeitgemäßes Bewusstsein für innovative Ansätze entwickeln.” Scott Lipinski , CEO des Fashion Council Germany, bekräftigt in seiner Ansprache: “Unsere Aufgabe ist es, die verschiedenen Akteure:innen der Modebranche zu vernetzen, um die Zukunft der Branche nachhaltig zu gestalten. Veranstaltungen wie diese bieten die perfekte Plattform, um gemeinsam neue Impulse zu setzen und wichtige Partnerschaften zu stärken. Als Fashion Council Germany arbeiten wir weiter deutschlandweit daran, den Standort zu bekräftigen und international zu vertreten.“ Im Restaurant east fanden sich die Gäste in einer gemütlichen Atmosphäre ein und genossen einen Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten und anregenden Konversationen. Zu den Gästen zählten u.a. Juliana Holtzheimer (CEO, JAN ´N JUNE), Hendrikje Kopp (Chefreporterin, Gala TV), Janina Lin Otto , Gordon Giers (CEO, Closed), Jan Möller (Division Manager Fashion & Beauty, Otto) sowie Valentin von Arnim (Gründer, Iris von Arnim). Das FCG Networkingformat „ Firesidechat “ findet seit 2018 in verschiedenen Großstädten Deutschlands statt und bringt regelmäßig die wichtigsten Branchenvertreter:innen zum Austausch zusammen. Das Dinner wurde von HECH Luxury Nutrition Germany unterstützt. (Foto-Credit: Saskia Allers) AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Tine Wawer INFOS ANFRAGEN tine.wawer[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.fashion-council-germany.org/initiativen/firesidechats MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Fashion Council Germany empfängt Gäste zum Fireside Dinner in Hamburg
- BERLIN CONTEMPORARY: Da passiert was!
25. Jan. 2023 Eine neue Saison der Fashion Week geht zu Ende. In dieser Ausgabe wurde das neue, von einer internationalen Expertenjury kuratierte Format BERLIN CONTEMPORARY gelaunchtUnter BERLIN CONTEMPORARY haben herausragende Designer:innen und Brands ihre neuste Kollektion im Rahmen der Berlin Fashion Week einem ausgewähltem Fachpublikum präsentiert. Unter ihnen Neuentdeckungen aber auch etablierte Brands der deutschen Modelandschaft die an verschiedenen Orten Berlins besondere Showkonzepte umgesetzt haben.Wir freuen uns schon auf Sommer und die neuen Präsentationen der BERLIN CONTEMPORARY Designer:innen zur nächsten Fashion Week. BERLIN CONTEMPORARY Brands to watch: SIA ARNIKA ACCEPTANCE LETTER RIANNA + NINA DENNIS CHUENE ESTHER PERBANDT ODEEH SF1OG BOBKOVA MALAIKARAISS DZHUS FASSBENDER #DAMUR LITKOVSKA LML STUDIO NAMILIA LOU DÉ BETOLY JEAN GRITSFELDT OLIVIA BALLARD Credits: Sia Arnika AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Stefan Brunner INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Initiative BERLIN CONTEMPORARY: Da passiert was!
- FCG und UGG® verkünden Milk of Lime als Gewinner von RISING VOICES AWARD auf dem Firesidechat
6. Sept. 2022 Fashion Council Germany und UGG® verkünden Milk of Lime als Gewinner des mit 20.000 EUR dotierten Preises während des Berlin Fashion Week Openings & Firesidechats im Borchardt Das Gewinnerduo sowie die beiden Zweitplatzierten wurden von Christiane Arp, Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany, und Nicks Ericsson, Senior Director of Brand Purpose, Sustainability und DEI bei UGG®, während Berlin Fashion Week Openings & Firesidechat im Restaurant Borchardt bekannt gegeben. Alle zehn Prototypen der Finalist:innen werden während der Berlin Fashion Week vom 5. bis 7. September 2022 im Kulturforum im Berliner Salon ausgestellt. Fashion Council Germany und die in Südkalifornien ansässige globale Lifestyle-Marke UGG® (ein Geschäftsbereich von Deckers Brands [NYSE: DECK])gaben heute Abend während des Berlin Fashion Week Openings & Firesidechats organisiert vom Fashion Council Germany zur Berliner Fashion Week im Restaurant Borchardt stolz den Gewinner des Rising Voices Awards und den Empfänger des Geldpreises von 20.000 EUR bekannt. Milk of Lime wurde Anfang des Jahres von dem Newcomer-Designerduo Julia Ballardt und Nico Verhaegen gegründet. Die beiden Zweitplatzierten sind Karen Jessen und Nicole Knüppels von der Modemarke Butterflies & Feathers. Berlins Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Michael Biel, eröffnete die Veranstaltung und damit den offiziellen Start der Berlin Fashion Week. Über 350 Brancheninsider waren anwesend, darunter André Maeder (KaDeWe Group), Anita Tillmann (Premium Group), Heike Makatsch (Schauspielerin), Kerstin Schneider (Harper's Bazaar), Leyla Piedayesh (lala Berlin), Matthias Schweighöfer (Schauspieler) und viele mehr… Eine Ausstellung der Prototypen der UGG® "Classic Mini"-Stiefel aller zehn Finalist:innen findet im Berliner Salon im Kulturforum statt, der am 05.09.2022 eröffnet wurde und bis zum 7. September 2022 zu besichtigen sein wird. "Der Berliner Salon" zeigt insgesamt 30 deutsche Designer:innen und Manufakturen in einer Gruppenausstellung und 24 weitere Designer:innen und Manufakturen in einer Alumni-Installation, beide kuratiert von Christiane Arp, Vorsitzende des Fashion Council Germany und ehemalige Chefredakteurin der Vogue Deutschland. Die Mission des Fashion Council Germanys besteht darin, mehr Bewusstsein für nachhaltige Praktiken zu schaffen und neue aufstrebende Talente durch Initiativen und Projekten wie dem Rising Voices Award zu fördern. Dieses neue Projekt, welches vom Fashion Council Germany in Zusammenarbeit mit UGG® initiiert wurde, hat es sich zum Ziel gesetzt, die nächste Generation aufstrebender deutscher Designer:innen zu unterstützen, zu motivieren und zu fördern, die sich für eine nachhaltigere Zukunft der Modeindustrie einsetzen und deren Vision und DNA die kühne, ausdrucksstarke Natur von UGG® verkörpern. Weitere Informationen zum Projekt, den Finalist:innen und der Jury finden Sie unter folgendem Link . AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Sander Cornilly INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER Milk of Lime PREVIOUS NEXT News FCG und UGG® verkünden Milk of Lime als Gewinner von RISING VOICES AWARD auf dem Firesidechat
- Janek Feldmann von WRSTBHVR: „Einen Hype muss eine Marke erstmal überleben“
9. Sept. 2026 Ein Mann der Zahlen ist Janek Feldmann immer geblieben. Die eigentlich avisierte Karriere im klassischen Banking war ihm dann aber doch zu langweilig. Also wechselte Janek in die Modebranche, beriet zahlreiche Labels beim Auf- und Ausbau ihrer E-Commerce-Bereiche und half dabei, große Namen wie Tommy Hilfiger und Marc O’Polo ins Internet zu bringen. Irgendwann aber, so sagt er heute, hatte er das Bedürfnis, sich um ein eigenes Label zu kümmern. 2021 also brachte sich Janek zunächst als Investor bei WRSTBHVR ein; seit 2023 ist er Geschäftsführer des Berliner Labels. Und siehe da: Heute ist WRSTBHVR nicht nur als Patron einer der größten Unterstützer des Fashion Council Germanys – sondern überhaupt die mit Abstand größte Modemarke in der Hauptstadt. Wie das gelungen ist, erklärt Janek im Interview. Hat gut lachen: CEO Janek Feldmann ist mit WRSTBHVR auf Erfolgskurs. Janek, vor fünf Jahren bist Du zunächst als Investor bei WRSTBHVR eingestiegen, hast dann aber 2023 als CEO auch das operative Geschäft übernommen. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Die Idee war erst einmal tatsächlich, dass ich mich nur beteiligen und ein bisschen von der Seite anfeuern und Ratschläge geben, vielleicht auch mal ein bisschen den Finger in die Wunde legen wollte. Dann ist aber ziemlich schnell nach meinem Einstieg als Investor ein ziemlicher Hype um WRSTBHVR entstanden – und so ein Hype kann mitunter ja auch gefährlich werden. Da war für mich dann klar, dass ich auch operativ mitmachen will, um das abfedern zu können. Ein Hype kann gefährlich werden? Wie meinst Du das? 2022 konnte die Brand ihren Umsatz mehr als verdoppeln. Das war natürlich erst einmal eine gute Nachricht – aber die Firma ist im Zuge dieses Erfolgs fast auseinandergeflogen. Wir hatten damals noch eine eigene kleine Logistik in Ulm, inklusive dem Kundenservice. Die kam aber hinter der wahnsinnig großen Nachfrage, die es plötzlich gab, kaum hinterher: Wir mussten mitten im Weihnachtsgeschäft ein großes Bierzelt mieten und es ans Logistikzentrum stellen, um mehr Platz zu schaffen. Das Zelt haben wir dann mit Gaskanonen beheizt, damit uns die Hoodies nicht einfrieren. Das war eine verrückte Zeit, in der wir nochmal deutlicher gespürt haben, welches Potenzial in dieser Marke steckt – aber eben auch, dass wir im Management ordentlich nachjustieren mussten, weil der Ansturm das Unternehmen sonst kaputtgemacht hätte. Wie wurde aus WRSTBHVR dann das mittlerweile größte Modelabel in Berlin? Das fängt schon beim Namen an, der einfach gut ist: In „Worst Behavior“ schwingt einfach wahnsinnig viel mit. Das klingt unangepasst, rebellisch, nach dem kleinen, wendigen, schlauen Fisch im großen Haifischbecken, als den ich uns tatsächlich beschreiben würde und mit dem sich unsere Kund:innen total identifizieren. Gleichzeitig ist das ein Name, von dem wir uns aufs Geschäftsseite klug abgrenzen müssen, damit das „schlechte Benehmen“ nicht zum Programm wird (lacht). Sicherlich war auch der Umzug des Labels hierher, schon bevor ich eingestiegen bin, eine gute Entscheidung: Ein Label, das tief verankert ist in der Kultur Berlins – das klingt für viele Menschen nach wie vor besonders spannend. Ganz Berlin liebt diese Hoodies: Noch immer gehen die Kapuzenpullis bei WRSTBHVR besonders gut. Und was waren genau die Hebel, die Du auf der unternehmerischen Seite umgelegt hast, um aus einem gehypten Label ein stabiles Modeunternehmen zu machen? Als es dieses Momentum gab, haben wir uns hingesetzt und erst einmal diskutiert, wie wir diesen Hype überleben, das Geschäft stabilisieren und perspektivisch ausbauen können. Da waren dann auch Überlegungen zum Produkt ganz zentral: Während des Hypes haben wir 70 Prozent unseres Umsatzes mit Hoodies und T-Shirts gemacht – heute sind es noch 25 oder 30 Prozent. Wir haben also herausgefunden, wie wir unser Sortiment so ausbauen können, dass Hoodies und T-Shirts zwar nach wie vor ein wichtiger aber eben nicht der einzige Teil unseres Erfolgs sind. Das war ganz wichtig, weil uns eben schon damals klar war: Irgendwann werden die Leute drei oder vier WRSTBHVR-Hoodies im Schrank haben – dann müssen wir ihnen etwas Neues bieten können. Vor allem auch etwas für das Frühjahr und den Sommer Wir haben damals 60 Prozent unseres Umsatzes im November und Dezember gemacht; heute verteilt sich das deutlich besser über das Jahr. Darüber hinaus haben wir natürlich noch an vielen Stellschrauben auch im Vertrieb, im Marketing und im kaufmännischen Bereich gedreht, um aus einem anfänglichen Funken erst ein ordentliches Lagerfeuer und schließlich einen soliden, dauerhaften Heizbetrieb zu machen. Gab es in den vergangenen Jahren auch Entwicklungen von außen, also von der Modebranche an sich, die einen solchen Erfolg begünstigen können? Ich würde schon sagen, dass sich das Business gerade in den vergangenen zehn Jahren in vielerlei Hinsicht positiv entwickelt hat. Es ist heute viel einfacher, ein Modeunternehmen zu starten – auch wenn das natürlich noch nicht bedeutet, dass dieses dann auch wirklich funktioniert. Aber wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der ich bei WRSTBHVR eingestiegen bin, gab es gerade auf der Produzentenseite noch deutlich größere Hürden. Heute ist es für junge Labels einfacher, eine Firma zu finden, die auch kleine Mengen produziert – die Produzenten haben einfach begriffen, dass es diesen Bedarf und also auch die Möglichkeit gibt, mit kleineren Mengen Geld zu verdienen. Viele haben sich außerdem so neu aufgestellt, dass sie nicht nur zweimal im Jahr größere Kollektionen, sondern viel flexibler und öfter auch kleinere Drops und sozusagen als Grundrauschen kontinuierlich Bestseller oder Basics produzieren können. Sie haben mittlerweile einfach besser verstanden, dass sich die Zyklen nicht zuletzt durch den Onlinehandel massiv verändert haben. Heute generiert in den USA zum Beispiel Skims – ein Unternehmen mit Milliardenbewertung – 90 oder 95 Prozent seines Umsatzes durch Onlinehandel. Dass Online so ein großes Ding werden wird, haben viele auch vor zehn noch nicht begriffen. Sieh mich an: Aufmerksamkeit zu generieren ist gerade für junge Brands mittlerweile einfacher geworden, so Janek. Die Digitalisierung hat es Modemarken außerdem extrem vereinfacht, mit Kund:innen direkt in Kontakt zu treten. Klar, das ganze Thema Reichweite hat sich total demokratisiert. Wobei die Entwicklungen gerade im Social-Media-Bereich so rasant sind, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, Schritt zu halten. WRSTBHVR ist ja sozusagen Teil der Instagram-Generation – aber wir wollen und müssen auch auf TikTok viel stärker auftreten, weil dieser Kanal immer wichtiger wird. Das wiederum ist eine gute Entwicklung für kleine Labels: Auf TikTok geht es weniger um Polished Content, der mit großem Budget geplant und produziert wird, sondern um spontane, authentischere Videos. Da reichen ein Smartphone, ein Mikrophon und das Produkt, um loszulegen. Welche Entwicklungen der Branche würdest Du hingegen als schwieriger beschreiben, gerade für junge Designer:innen, die gründen wollen? Gerade durch die positiven Effekte, die ich eben beschrieben habe, hat sich natürlich auch die Konkurrenz extrem vervielfacht. Es gibt heute einfach viel mehr kleine Labels, die um ähnliche Kund:innen buhlen. Der Wettbewerb ist also intensiver geworden – aber bekanntermaßen belebt dieser ja auch das Geschäft. Die Digitalisierung hat es außerdem ermöglicht, das kleine Labels mit ihren Kund:innen nicht nur direkt kommunizieren, sondern auch ganz direkt an sie verkaufen können – sei es über einen eigenen Onlineshop oder über einen Account bei einer großen Plattform. Was bedeutet das aus Deiner Perspektive für den klassischen Handel? Ich finde den klassischen Handel noch immer wahnsinnig wichtig, weil er eine Marke ganz anders kontextualisieren kann. Durch eine Präsenz in den richtigen Concept Stores oder Kaufhäusern können Marken ganz deutlich positionieren. Das ist gerade für Labels im hochpreisigeren Bereich wichtig, weil für sie auch die Sozialfähigkeit entscheidend ist: Ab einem gewissen Preispunkt spielt für die meisten Kund:innen eben nicht nur das Produkt an sich, sein Stil und seine Qualität eine Rolle, sondern auch, was die Marke überhaupt ausstrahlt. Wenn wir als WRSTBHVR auf einer Fläche zum Beispiel direkt neben Acne Studios und Balenciaga hängen, dann transportiert ja auch das einen Wert. Insofern kann der klassische, stationäre Handel eine ideale Bühne bieten – mal abgesehen davon, dass er natürlich auch einen sicheren, profitablen Umsatz generieren kann. Angekommen: Heute hängt WRSTBHVR in einigen Department Stores direkt neben Labels wie Balenciaga und Acne Studios. Gleichzeitig geben Marken im stationären Handel auch Kontrolle ab. Ein Concept Store könnte WRSTBHVR eben nicht neben Acne und Balenciaga hängen, sondern irgendwohin, wo Ihr eure Marke überhaupt nicht seht. Stimmt, deswegen spielt Vertrauen eine große Rolle, wenn man sich entscheidet, mit einem bestimmten Wholesale-Partner zusammenzuarbeiten. Einfacher wird das Ganze natürlich, wenn das eigene Label gerade gehyped wird, oder schon ein bisschen gewachsen ist, sodass man etwas mitbringen kann, das entsprechende Verhandlungen vereinfacht. Wenn man deutlich machen kann, dass die Marke in einem bestimmten Umfeld besonders gut funktioniert, haben auch die Stores ein Interesse daran, genau so mitzugehen. Manchmal ist es dafür gut, sich erstmal auf einen Pop-Up-Shop oder eine andere Collab zu einigen, sodass beide Seiten herausfinden, wie eine Zusammenarbeit funktionieren könnte. Wir haben zum Beispiel Anfang vergangenen Jahres eine Capsule Collektion zusammen mit dem Restaurant Borchardt herausgebracht und dafür dann einen Pop-Up im KaDeWe realisiert: Wir haben auf einer der Kaufhausflächen eine kleine Version des Kultrestaurants nachgebaut und dort unsere Borchardt-Shirts und -Bomber verkauft. Das hat wunderbar geklappt und heute haben wir ein eigenes Store-in-Store-Konzept im KaDeWe. Ihr seid sowohl offline als auch online in einigen weiteren Multibrand-Stores vertreten, darunter Breuninger und Farfetch. Hinzu kommen vier eigene WRSBHVR-Stores in Berlin, Hamburg, Frankfurt und London, und natürlich Euer Online-Shop. Kannst Du eure Strategie hinter diesem relativ dichten Vertriebsnetz beschreiben? Zunächst einmal haben wir herausgefunden, dass sich diese Kanäle nicht gegenseitig kannibalisieren. Im Gegenteil, sie befruchten sich gegenseitig und wir können durch die verschiedenen Präsenzen verschiedene WRSTBHVR-Kund:innen erreichen. Multibrand-Kund:innen, die eher nach Parametern wie Stil oder Kombinierbarkeit entscheiden und also gerne mehrere Marken kombinieren, finden uns in Concept Stores in einem für sie inspirierenden Umfeld. Menschen aus unserer WRSTBHVR-Community wiederum, die gezielt nach neuen Designs von uns suchen, werden vielleicht eher in unseren eigenen Stores oder in unserem Online-Shop vorbeischauen. Preisgetriebene Kund:innen wiederum suchen nach bestimmten Produkten und schauen dann, wo sie diese gerade am günstigsten bekommen. Für uns ergibt eine breite Vertriebsaufstellung also einfach Sinn – wobei wir sehr genau darauf achten, nicht überdistribuiert zu sein und uns sinnvoll über die wichtigsten Touchpoints zu verteilen. Wir sind zum Beispiel in Stuttgart sehr glücklich mit unserer Präsenz bei Breuninger und in Mannheim bei Engelhorn – in diesen beiden Städten würden wir also erstmal keine eigenen Stores eröffnen. Beton, Metall und viele Spiegelflächen: Der neue Flagshipstore in Berlin-Mitte unterstreicht die roughe Attitüde von WRSTBHVR. Aber generell sind auch die eigenen Geschäfte für Euch nach wie vor besonders wichtig? Absolut, weil sie wie eine Art Showroom funktionieren. Wir können WRSTBHVR nirgendwo so umfassend abbilden und auch erklären, wie in unseren Stores, in denen sich unsere Markenwelt komplett entfaltet. Das ist besonders wichtig, um unserer Community etwas bieten zu können und gleichzeitig neue Menschen für WRSTBHVR zu begeistern. Als wir unseren Store in Hamburg eröffnet haben zum Beispiel, hat das auch unseren Online-Shop extrem beflügelt: Wir haben seitdem auch online mindestens doppelt so viele Kund:innen aus Hamburg, weil diese erst einmal unseren Store erlebt und sich dort vielleicht schon etwas gekauft haben und dann auch in unserem Onlineshop nochmal weiter schauen. Das meinte ich, also ich gesagt habe, dass sich unsere Kanäle gegenseitig befruchten. Zuletzt habt Ihr auch Euer Berliner Geschäft deutlich vergrößert, in dem ihr ein paar Häuser weiter in neue Räumlichkeiten gezogen seid. Was war Euch bei der Neugestaltung Eures Flagship-Stores besonders wichtig? Der vorige Flagship-Store wurde dem in seiner Größe aber einfach nicht mehr gerecht. Gerade Menschen aus unserer Community, die aus anderen Städten und Ländern als Tourist:innen nach Berlin kommen und an unseren Store sicherlich große Erwartungen haben, wollten wir mehr bieten können: Eine richtige Markenerfahrung auf ungefähr 500 Quadratmetern, die sich auch über das Interior erzählt. Viel Beton, viel Edelstahl, viel Glas entsprechen nicht nur WRSTBHVR sondern durchaus auch der Roughness von Berlin. Zudem ist eine große zentrale Treppe im Store so gestaltet, dass sie an den Eingang zu einer U-Bahn-Station erinnert – also diese typische kühle Berliner Rolltreppen-Atmosphäre. Genauso wichtig wie die Optik ist aber auch der Inhalt, den wir mit unserem neuen Store transportieren wollen: Wir wollen regelmäßig besondere Erlebnisse kreieren, zum Beispiel Listening-Sessions in Kooperation mit einem Youtube-Podcast, der regelmäßig spannende DJs vorstellt. Wir wollen sowohl unserer Berliner Community als auch Tourist:innen die komplette Markenwelt von WRSTBHVR präsentieren. Viele kleinere Labels aus Berlin sind auch Member im Fashion Council Germany. Als Patron, also einem der größten Unterstützer unseres Vereins, ist auch WRSTBHVR ganz neu dabei. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Genau aus diesem Grund: Das der Council junge Designer:innen unterstützt deckt sich mit einem Bedürfnis, das auch wir bei WRSTBHVR haben. Wir wollen unabhängigen Brands einen Support bieten, den wir selbst so nicht gehabt haben. Wir hatten erst einmal keinen richtigen Anschluss an die Branche, kein Netzwerk, keinen Zugang zu Expert:innen, Stylist:innen, Celebrities. Alles, was WRSTBHVR heute so stark macht, haben wir uns ganz allein und auf einem sehr steinigen Weg erarbeitet. Das kann funktionieren – aber es kann eben auch gehörig in die Hose gehen. Dabei helfen zu können, eine solche Erfahrung jungen Designer:innen zu ersparen, finde ich sehr schön. Auch interessiert, mit dem FCG aktiv zu werden? Get involved! AUTOR:IN Manuel Almeida Vergara ANSPRECHPARTNER:IN Manuel Almeida Vergara INFOS ANFRAGEN press@fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Interview Janek Feldmann von WRSTBHVR: „Einen Hype muss eine Marke erstmal überleben“
- Jahresmitgliederversammlung 2024: Rückblick & Ausblick
3. Dez. 2024 Am vergangenen Donnerstag fand die Jahresmitgliederversammlung 2024 des Fashion Council Germany im Ambiente des Colosseums statt.Ein wichtiger Punkt der Versammlung war der Rückblick auf das vergangene Jahr. Christiane Arp betonte in ihrem Bericht die zahlreichen Erfolge des Fashion Council Germany seit seiner Gründung im Jahr 2015. Dabei hob sie insbesondere die internationale Vernetzung und die Realisierung innovativer Projekte hervor, die die deutsche Modeszene nachhaltig stärken. Auch Geschäftsführer Scott Lipinski zeigte sich zuversichtlich und stellte in Aussicht, dass der Fashion Council Germany 2025 auch weitere neue Projekte und Initiativen umsetzen wird. Die Veranstaltung spiegelte nicht nur die Herausforderungen wider, sondern auch den Wandel, in dem sich die Modebranche befindet. Die Versammlung bot den Mitgliedern zudem Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen und neue Ideen für die Weiterentwicklung des Councils zu entwickeln. Gemeinsam soll die deutsche Mode weiterhin auf internationalem Niveau gefördert und gestärkt werden. Mit einem Blick nach vorn und einem klaren Fokus auf Zusammenarbeit und Innovation endete die Versammlung – ein Symbol dafür, dass auch in herausfordernden Zeiten der Zusammenhalt und die gemeinsame Vision den Fashion Council Germany antreiben. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Tine Wawer INFOS ANFRAGEN membership[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Jahresmitgliederversammlung 2024: Rückblick & Ausblick
- CURATED by Fashion Council Germany - der FCG Showroom auf der PREMIUM & SEEK
28. Juni 2023 Zum ersten Mal präsentiert der Fashion Council Germany eine Selektion an aufstrebenden Designer:innen aus Deutschland und der Ukraine auf der PREMIUM und SEEK Messe zur Berlin Fashion Week am 11. und 12. Juli 2023 . Unter dem Motto " CURATED by Fashion Council Germany " stellen vierzehn Designer:innen in einem separaten Showroom auf dem Gelände der STATION Berlin der Presse und Einkäufer:innen ihre neuen Kollektionen vor. Bei der Kuration der Designer:innen wurde darauf geachtet, dass die Designer:innen eine Show zur Berlin Fashion Week haben. Mit dabei sind an folgenden Tagen: AVENIR am 11.07. Acceptance Letter Studio am 12.07. Clara Colette Miramon am 12.07. Dennis Chuène am 12.07. DZHUS am 11.07. Fassbender am 11. & 12.07. Madomorpho am 11. & 12.07. MARKE am 12.07. Milk of Lime am 12.07. Natascha von Hirschhausen am 11. & 12.07. LA BANDE am 11. & 12.07. LUEDER am 11. & 12.07. PODYH am 12.07. Richert Beil am 12.07. Die Idee zum Showroom enstand in Zusammenarbeit mit der PREMIUM Group auf den Wunsch internationaler Journalist:innen und Einkäufer:innen, die Kollektionen der im Rahmen der Berlin Fashion Week gezeigten Designer:innen in sogenannten Re-sees näher betrachten zu können und mit ihnen in Kontakt zu treten. Im Fokus des " CURATED by Fashion Council Germany " Showrooms steht dabei neben Pressearbeit und Vertrieb vor allem Networking, um den Designer:innen eine internationale Bühne zu bieten. Datum : 11. und 12. Juli 2023 von 10:00 bis 20:00 Uhr Adresse : STATION Berlin, Luckenwalder Straße 4-6, 10963 Berlin Tickets für die Messen können unter folgendem Link angefordert werden: https://visit.premium-group.com/de AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Vanessa Meggers INFOS ANFRAGEN vanessa[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.premium.fashion/ MITGLIEDER Premium Group PREVIOUS NEXT News CURATED by Fashion Council Germany - der FCG Showroom auf der PREMIUM & SEEK
- Jetzt als Podcast verfügbar: METAMORPHOSIS - dialogues about change
19. Sept. 2025 METAMORPHOSIS – dialogues about change , unser Talk-Format powered by eBay , gibt es jetzt auch als Podcast! Ab sofort erscheint jeden Donnerstag eine neue Folge, in der nationale und internationale Expert:innen aus der Modebranche Fragen rund um Nachhaltigkeit, Innovation und die Zukunft der Mode diskutieren. Die Panels wurden im Rahmen der Berlin Fashion Week aufgezeichnet und bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen, die beleuchten, welche Veränderungen in der Branche notwendig sind. Dabei stehen nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen im Mittelpunkt. Die jüngste Edition von METAMORPHOSIS fand vom 30. Juni bis 3. Juli im Kranzler X in Berlin statt. Die dort geführten Gespräche bilden die Grundlage der neuen Podcast-Reihe, die es euch ermöglicht, die Dialoge jederzeit und überall nachzuhören. Mit dem Start des Podcasts bringen wir den Austausch über die Zukunft der Mode direkt zu euch: ob beim Spazierengehen, beim Sport oder in ruhigen Momenten. Hört rein und seid Teil des Dialogs! HIER gibt es die erste Folge zu hören. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Fenja Niechoj INFOS ANFRAGEN press@fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.metamorphosistalks.com/ https://www.fashion-council-germany.org/ MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Jetzt als Podcast verfügbar: METAMORPHOSIS - dialogues about change
- FCG ruft Streetstyle Fotowettbewerb zur kommenden BFW im Januar 2025 aus
16. Dez. 2024 Der FCG ruft zur kommenden Berlin Fashion Week im Februar 2025 erneut den Streetstyle Fotowettbewerb aus. Dieser richtet sich an aufstrebende Fotograf:innen aus Berlin (Studierende, Absolvent:innen und Young Professionals) im Ber eich der Mode und Streetstyle Fotografie. Teilnehmende werden dazu aufgerufen insgesamt fünf Fotos in unterschiedlichen Kategorien einzureichen, die anschließend von einer Fach-Jury bewertet werden. Dabei sollen besondere Streetstyle Fotosituationen während der BFW festgehalten werden. Über den BFW-Showkalender können sich die Teilnehmer:innen über die verschiedenen Locations und Shows informieren und vor Ort die Berliner Fashion Szene einfangen. Eine Fachjury, die in den kommenden Wochen bekannt gegeben wird, wählt aus allen Einreichungen den oder die Gewinner:in aus. Diese:r wird anschließend zur nächsten Ausgabe der BFW im Juli 2025 als offizielle:r Fotograf:in beauftragt*. Die siegreiche Fotoserie wird in einem renommierten Online-Magazin veröffentlicht. Die Submissions werden am 31. Januar geöffnet. Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Anforderungen HIER *Kann nur erfüllt werden, wenn der FCG von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe für die nächste BFW-Ausgabe im Jahr 2025 wieder beauftragt wird AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Alena Berning INFOS ANFRAGEN coordination[at]fashionweek.berlin WEBSITE/S https://www.fashion-council-germany.org/street-style-photgraphy-competition https://fashionweek.berlin/index.html MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Berlin Fashion Week FCG ruft Streetstyle Fotowettbewerb zur kommenden BFW im Januar 2025 aus











