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- Studie "Status Deutscher Mode 2024" veröffentlicht
28. Nov. 2024 Gemeinsam mit eBay Deutschland veröffentlichten wir im November 2024 die umfassende Studie Status Deutscher Mode 2024. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Forschungsinstitut Oxford Economics wird ein detaillierter Blick auf die deutsche Modebranche geworfen. Die Studie beleuchtet deren wirtschaftliche Bedeutung, zentrale Herausforderungen und Chancen sowie die Auswirkungen globaler Trends wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Nach der erstmaligen Veröffentlichung der Studie Status Deutscher Mode 2021 widmet sich der neue Bericht insbesondere den Folgen der Corona-Pandemie für die Modebranche und deren Einfluss auf Nachhaltigkeit und Marktstrukturen. Dabei zeigt die Studie, dass die Beschäftigung innerhalb der Branche zwischen 2019 und 2023 schätzungsweise um 20 % gesunken ist – was einem Verlust jedes fünften Arbeitsplatzes entspricht. Zusätzlich wird die Studie durch Gastbeiträge führender Unternehmen ergänzt, die spezifische Themen wie Technologie, Kreislaufwirtschaft und Handel beleuchten. Zu den Gastbeitrags-Partnern gehören unter anderem Carbon Trust, Certilogo, eBay, Mended, ReHub und Retraced. Die Studie richtet sich an Politik, Wirtschaft und eine breite interessierte Öffentlichkeit und soll als Basis für weitere Diskussionen und Maßnahmen dienen, um die deutsche Modewirtschaft zukunftssicher aufzustellen. Die Studie steht ab sofort zum Download zur Verfügung. Scott Lipinski, CEO des Fashion Council Germany betont: „ Mit der Veröffentlichung der zweiten Ausgabe unserer Studie zum Status der deutschen Mode möchten wir einen Wandel anstoßen. Die Zusammenarbeit mit eBay Deutschland und Oxford Economics liefert uns wertvolle, aktuelle Erkenntnisse über die Herausforderungen und Chancen, die vor der Modebranche liegen – besonders in einer Zeit, in der uns die Auswirkungen der Corona-Pandemie und anderen gesellschaftlichen Ereignissen und Krisen noch immer begleiten und die digitale Transformation auf Hochtouren läuft. Die Studie zeigt uns deutlich: Es ist Zeit, die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen.” Mandy Krüger, Head of Fashion eBay Deutschland: „ Ein dynamisches Umfeld, wie die Modeindustrie, ist von technologischen Fortschritten, sich ändernden Verbraucherpräferenzen und globalen wirtschaftlichen Bedingungen geprägt. Ein anpassungsfähiger und innovativer Ansatz ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Unternehmen in der Modebranche.” Die Studie Status Deutscher Mode 2024 ermöglicht eine umfassende Analyse der deutschen Modeindustrie. Das erste Kapitel gibt einen Überblick über die Inhalte, anschließend wird der aktuelle Stand der Branche im globalen Kontext untersucht. Die Studie beleuchtet zudem die Folgen der Corona-Pandemie, die den Konsum nachhaltig verändert hat. Weitere Kapitel analysieren die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der deutschen Modeindustrie sowie langfristige Herausforderungen wie Nachhaltigkeit und digitale Innovationen. Abschließend bietet die Studie konkrete Handlungsempfehlungen und ein Fazit, um die Branche zukunftsfähig zu gestalten. Zur Veröffentlichung laden der Fashion Council Germany und eBay am 14. Januar 2025 zu einer digitalen Präsentation ein, in der die Studie und ihre Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden. Branchenexpert:innen und die interessierte Öffentlichkeit haben dabei die Möglichkeit, sich umfassend über die Analyse und Empfehlungen zu informieren und in die Diskussion mit einzusteigen. HIER können sich Interessierte bereits vorab über die FCG Bildungsplattform re.FASHION ACADEMY registrieren. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Fenja Niechoj INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.fashion-council-germany.org/reportsall https://www.dropbox.com/scl/fo/3h2njkk18oycsydc9ukod/AEM40BFvTbN0ZYDYM8ixveM?rlkey=k806absqxv7w2c94sp7tttkwn&st=8kjvszmv&dl=0 MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Studie "Status Deutscher Mode 2024" veröffentlicht
- Berlin Fashion Week präsentiert den finalen Kalender
16. Juni 2025 Die nächste Berlin Fashion Week findet von Montag, den 30. Juni bis Donnerstag, den 3. Juli 2025 statt. Sie folgt damit direkt auf die Men’s Fashion Week in Paris. PROGRAMM HIGHLIGHTS & EVENTS 36 Showformate, neue Talente, starke Locations: Die Berlin Fashion Week zeigt im Sommer 2025 erneut die kreative Vielfalt der Hauptstadt: Mit dabei: 19 Gewinner:innen des Konzeptwettbewerbs Berlin Contemporary, der erstmals auch internationalen Labels offenstand. Als Bühne für die Shows und Präsentationsformate dienen unter anderem eindrucksvolle Orte wie der KitKat Club, The CANK in Neukölln, das Museum für Fotografie, der Palais am Funkturm, die Kindl Brauerei, die Alte Münze und das Kranzler Eck. Insgesamt erwartet Fachpublikum und internationale Gäste ein vielfältiges Programm aus Fashion Shows, Präsentationen und Events. Zu den Gewinner:innen des von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe im Rahmen der Landesinitiative Projekt Zukunft (kofinanziert durch den EFRE-Fonds) finanzierten und vom Fashion Council Germany durchgeführten Wettbewerbs gehören Andrej Gronau, Balletshofer, BUZIGAHILL, COLRS, David Koma, Gerrit Jacob, GmbH, Haderlump, ioannes, Kitschy Couture, Laura Gerte, LUEDER, MARKE, Milk of Lime, Orange Culture, PALMWINE IceCREAM, Richert Beil, SF1OG und Sia Arnika. Eröffnet wird die Berlin Fashion Week am Montag, den 30. Juni 2025, um 14.00 Uhr mit dem Format DER BERLINER SALON. Mit der Wahl des Museums für Fotografie führt DER BERLINER SALON die Tradition fort, deutsche Mode und Design in einem bedeutenden kulturellen Rahmen zu präsentieren. Das Museum für Fotografie wird von der Helmut Newton Foundation und der Kunstbibliothek mit großformatigen Ausstellungen bespielt. Die Ausstellungsplattform schafft Raum für zeitgenössische Gestaltung und möchte den Dialog mit kunst- und kulturhistorischen Institutionen neue Perspektiven für Designförderung in Deutschland schaffen. Die Gruppenausstellung ist vom 1. bis 6. Juli für Besucher:innen geöffnet. Am Mittwoch, den 2. Juli 2025 findet das Format INTERVENTION von Reference Studios im Palais am Funkturm mit den folgenden Shows statt: LUEDER (13:00 Uhr), David Koma (16:00 Uhr), GmbH (19:00 Uhr), Ottolinger (21:00 Uhr). Nach Ottolinger erwartet die Gäste noch eine Music Performance in der Location. Über die vier Tage hinweg veranstaltet Reference Studios gemeinsam mit Mowalola einen Pop-up Store, der Montagnachmittag mit einer Opening Reception eröffnet wird. Das NEWEST-Format der Agentur NOWADAYS startet am Dienstag im FÜRST am Kurfürstendamm mit Milk of Lime (10:00 Uhr), MARKE (16:00 Uhr), BUZIGHAHILL (20:00 Uhr) am Mittwoch folgt SF1OG (20:00 Uhr), COLRS (10:00 Uhr) und Orange Culture (14:00 Uhr) runden am Donnerstag das NEWEST-Format ab. DAS FINALE SHOW LINE-UP Darüber hinaus sind viele weitere Labels im offiziellen Schauenkalender vertreten – darunter Anja Gockel, #Damur , Marc Cain, Rebekka Ruétz, Tell the Truth und VIKTORANISIMOV. Des Weiteren bringen Danny Reinke, Kilian Kerner und Marcel Ostertag das gemeinsame Format COLLECTIVEFOUR in die bekannte Veranstaltungsstätte UBER Arena. ZUSÄTZLICHE EVENTS & SHOWROOMS Das Official BFW Opening Dinner findet in dieser Saison im Grill Royal statt. Die Akteur:innen und Entscheidungsträger:innen aus Politik, Mode, Medien sowie der erweiterten Kultur- und Kreativwirtschaft kommen am ersten Abend der BFW zusammen, um die Designer:innen der Saison zu würdigen. Über die ganze Stadt verteilt sorgen temporäre Locations und kreative Formate für Fashion Week Flair. William Fan lädt ins Chateau Royal, Maximilian Gedra eröffnet ein Studio, PLATTE presents Clara Colette Miramon, Impari zeigt die Ausstellung NKYIN ≠ KYIM. Berlin Curated vom Netzwerk 0049x präsentiert Nachwuchsdesigner:innen aus ganz Deutschland im FÜRST. Weitere Side Events sind u.a. Nowrubi Confidential, die Human Touch Exhibition, sample 030, die netzwerk Show, Neo.Fashion . mit diversen Events wie den Graduate Shows, dem Networking Breakfast, einer Award Verleihung und diversen Panel Talks sowie die Best Graduates Show des Lette Vereins. Gerrit Jacob präsentiert im Rahmen der BFW ein Film Screening, Esther Perbandt ihre neue Kollektion in Charlottenburg, Lascana lädt zum Summer Club 2025. Der 032c SS26 Collection Showroom lädt Presse, Einkäufer:innen und Opinion Leader zum Re-See der Kollektion, die im Rahmen der Paris Fashion Week gezeigt wurde. DOPPELREIHER von Christiane Arp (Vorstandsvorsitzende, Fashion Council Germany), Wiebke Bredehorst (Stylistin und Fashion Director, TUSH) und Josepha Rodríguez (Stylistin) öffnet den ersten Pop-Up Store im Rahmen der Berlin Fashion Week. Hier finden sich sorgfältig kuratierte Second-Hand- und Vintage-Designerstücke zu erschwinglichen Preisen. Zum dritten Mal in Folge findet die Gesprächsreihe METAMORPHOSIS – dialogues about change, initiiert vom Fashion Council Germany und powered by eBay, im Rahmen der Berlin Fashion Week statt. Eine Registrierung ist hier möglich. Mit RAUM.Berlin powered by eBay lanciert der Fashion Council Germany ein neues Präsentationsformat: Ausgewählte Labels präsentieren ihre neuen Kollektionen über drei Tage – ergänzt durch kuratierte eBay Pre-loved Looks von Stylist Christian Stemmler. Im Kranzler Eck, wo die beiden Formate stattfinden, werden auch fünf südafrikanische Designer:innen ausstellen: Afrigarde, Connade, Floyd Avenue, Neimil und Refuse Clothing. Das Studio2Retail Programm umfasst Veranstaltungen von den mit einem Preisgeld ausgezeichneten Brands APOC x Madomorpho, Effenberger Couture, Lou de Bètoly, Selva Huygens, Sezgin und Vladimir Karaleev. Endkonsument:innen können sich auf der Studio2Retail Website tagesaktuell über Events informieren. Im Rahmen der Berlin Fashion Week werden auch dieses Mal verschiedene Networking-Events stattfinden, wie zum Beispiel ein Dinner für geladene Gäste von 032c am Dienstagabend und das “Future Fashion Concept”, eine Bildungsinitiative von Felder Felder in Kooperation mit dem United Nations Fashion and Lifestyle Network. Ein Brunch mit 50 geladenen Gästen bietet Einblicke in die Arbeit der Initiative und lädt zum Austausch zwischen Designstudent:innen und Innovatoren ein. Berlin zeigt auch abseits der Shows, warum die Stadt ein Anziehungspunkt für die internationale Mode- und Kreativszene ist. Die Parties sind fester Bestandteil der BFW – als Treffpunkt für Designer:innen, Marken und die Szene. Den Auftakt macht am Montag die deadHYPE x GUESS JEANS Opening Party. Am Donnerstag findet die Tush Magazine x Mugler Party statt, genauso wie die offizielle Closing Party im AYOKA, in Kooperation mit der Berliner Sparkasse und 10MAGAZINE. WICHTIGE INFOS FÜR BESUCHER:INNEN Die Akkreditierung für die Berlin Fashion Week ist ab sofort möglich. Wie in der vergangenen Saison gibt es ein digitales Akkreditierungsformular. Die Möglichkeit zur Akkreditierung besteht bis zum 19. Juni 2025. Zum Formular. Auch in dieser Saison werden den Pressevertreter:innen und Branchenexpert:innen Shuttle Busse zur Verfügung stehen, die jede Show-Location anfahren. Der finale Kalender sowie Details zu den Side-Events und Shows sind auf der offiziellen Website der Berlin Fashion Week verfügbar: https://fashionweek.berlin/official-schedule.html AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Fenja Niechoj INFOS ANFRAGEN fenja.niechoj@fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.fashionweek.berlin/index.html MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Berlin Fashion Week Berlin Fashion Week präsentiert den finalen Kalender
- Fashion Council Germany für die King’s Foundation Awards nominiert
3. Juni 2025 Der Fashion Council Germany ist stolz darauf, als erste deutsche Modeinstitution für die renommierten King’s Foundation Awards nominiert worden zu sein. Die Auszeichnung, die unter der Schirmherrschaft von König Charles III. vergeben wird, würdigt herausragendes Engagement für nachhaltige Entwicklung, kulturelle Bildung und zukunftsorientiertes Unternehmertum. Den Kern bildet die Philosophie der „Harmony“: Im Einklang mit der Natur zu arbeiten, anstatt gegen sie. Dabei wird die Stiftung von prominenten Botschafter:innen unterstützt, darunter David Beckham, Sienna Miller, Rod Stewart & Penny Lancaster, George Clarke, Sarah Beeny und Patrick Grant. Den FCG und die King’s Foundation verbindet bereits eine intensive Zusammenarbeit für die Initiative Fashion x Craft , die 2022 ins Leben gerufen wurde und die seit 2025 von eBay Deutschland als Partner unterstützt wird. Das Projekt zielt darauf ab, jungen Designtalenten Verfahren beizubringen, die über die Grenzen der klassischen Mode- und Textilproduktionsverfahren hinausgehen. Zum Programm gehört u.a. eine 12-tägige Residenz der Modedesigner:innen auf dem Highgrove Estate in England. Anerkennung für den Einsatz des FCG für eine faire Modezukunft Mit der Nominierung für die King’s Foundation Awards wird der langjährige Einsatz des Fashion Council Germany für die Förderung einer verantwortungsvollen, innovativen und inklusiven Modebranche auf internationaler Bühne gewürdigt. Als FCG empfinden wir diese Anerkennung nicht nur als eine große Ehre, sondern auch als einen bedeutenden Impuls, unsere Mission weiter voranzutreiben: Mode als kulturelles Gut und gesellschaftliche Kraft zu stärken. Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2025 im St. James Palace in London statt. AUTOR:IN Ann-Kathrin Riedl ANSPRECHPARTNER:IN INFOS ANFRAGEN ari@fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://kings-foundation.org/ MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Fashion Council Germany für die King’s Foundation Awards nominiert
- Unsere Jurys der Konzeptwettbewerbe Berlin Contemporary und STUDIO2RETAIL zur BFW im Februar 2024
4. Okt. 2023 Diese Expert:innen wählen die herausragendsten kreativen und nachhaltigsten B2C-Eventkonzepte für STUDIO2RETAIL und Modepräsentationskonzepte für Berlin Contemporary aus. Auch für die kommende Saison der Berlin Fashion Week stellt der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe / Projekt Zukunft Preisgelder zur Verfügung, um Konzepte des stationären Einzelhandels und in Deutschland ansässiger Designer (vorzugsweise aus Berlin) zu unterstützen, die während der Berlin Fashion Week im Februar 2024 im Format STUDIO2RETAIL stattfinden. Das Preisgeld soll an herausragende kreative und nachhaltige B2C-Eventkonzepte vergeben werden. Die überzeugendsten 5 Konzepte können ein Preisgeld von 5.000 EUR gewinnen. Eine Jury aus Branchenexpert:innen wählt die Gewinner:innen-Konzepte aus. Im zweiten Teil des BFW-Wettbewerbs werden vielversprechende Designer:innen und Modelabels (vor allem aus Berlin und Deutschland) und ihre Modeschauen und Präsentationen während der Berlin Fashion Week im Februar 2024 ausgezeichnet. Das Preisgeld geht an herausragende, kreative und nachhaltige Modepräsentationskonzepte, die im Rahmen von Berlin Contemporary ihre Kollektionen präsentieren werden. Die besten 14 Konzepte, eingereicht von in Berlin und Deutschland registrierten Bewerber:innen, können jeweils ein Preisgeld von 25.000 EUR gewinnen. Zusätzlich können 4x 25.000 EUR an Preisgeldern an Teilnehmer:innen aus der Ukraine vergeben werden. Eine Jury aus Branchenexpert:innen wählt die Gewinner:innen-Konzepte aus. Für beide Bereiche des Konzeptwettbewerbs haben wir zwei Fachjurys eingesetzt, die die eingereichten Konzepte bewerten. Die diesjährigen Jurymitglieder:innen sind: STUDIO2RETAIL: Dries Vriesacker (Creative Director, ENFNTS TERRIBLES Magazine), Herbert Hofmann (VP Creative and Buying, Highsnobiety), Johanna Dramé (Department Fashion, Senate Department for Economic Affairs, Energy and Public Enterprises), Manuel Almeida Vergara (Debuty Head of Ressort Panorama, Berliner Zeitung), Marvin-Mario Bahome (Stylist and Content Creator, @marvinmarioo), Scott Lipinski (CEO, Fashion Council Germany) BERLIN CONTEMPORARY: Christiane Arp (Chairwoman, Fashion Council Germany), Dilys Williams (Director, Centre for Sustainable Fashion), Hanan Besovic (Founder, @ideservecouture), Johanna Dramé (Department Fashion, Senate Department for Economic Affairs, Energy and Public Enterprises), Patrick Pendiuk (Fashion Features, VOGUE Germany), Simone Heift (Buying Director, The KaDeWe Group), Thibaud Guyonnet (Creative Director & Head of Buying, VooStore). Weitere Informationen finden sie unter den weiterführenden Links: STUDIO2RETAIL & Berlin Contemporary . Bild-Credit Header-Bild: Haydon Perrior for Acceptance Letter Studio AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Stefan Brunner INFOS ANFRAGEN bfw[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://fashionweek.berlin/ https://www.studio2retail.berlin/ MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Unsere Jurys der Konzeptwettbewerbe Berlin Contemporary und STUDIO2RETAIL zur BFW im Februar 2024
- Im Gespräch mit Julia Freitag, Geschäftsführerin von StyleproofedTV: "Die Story hinter der Marke"
25. Mai 2022 Die styleproofed GmbH ist ein kreativer Think-Tank rund um Mode & Styling & Shopping. Ins digitale Publishing ist Julia Freitag schon 2009 mit dem Blogzine “ styleproofed.com - the guide to good fashion” zusammen mit ihrer Kollegin Silke Wichert und einem Team befreundeter Mode & Lifestyle Journalisten eingestiegen. Mit dem Anspruch, die besten Produkte aus dem Bereich Mode, Beauty und Lifestyle vorzustellen, zu testen und zu bewerten. Eine zeitgemäße Art von Stiftung Warentest im Web… Seit 2014 hat sich das Portfolio der styleproofed GmbH dann noch um Marken-Beratung &Styling sowie Content-Creation erweitert. Das zielgruppengerechte Inszenieren von Mode & Lifestyle hat sie also schon immer begeistert und mit styleproofedTV hat sie sich dieses Jahr in ein neues bewegtes Content-Abenteuer gewagt! FCG: Magst Du uns kurz erläutern, was hinter StyleproofedTV steckt und welche Services Du mit der Agentur jetzt neu anbietest? Julia Freitag : Mit styleproofed.tv wollen wir neuen Brands, lokalen Designgrößen und nachhaltigen Produkten mehr digitale Aufmerksamkeit schenken und in unseren Live-Shows die “Story behind the Brand“ und die Hero-Produkte samt Funktions- und Produktionsdetails zusammen mit den Brand Machern erläutern und vorstellen. Wir verbinden in unseren LIVES den oft unpersönlichen E-Commerce mit persönlichen Interviews und Entertainment zu einem neuen Social Shopping-Format. FCG: Du kommst ursprünglich aus dem Journalismus und warst lange Jahre Moderedakteurin und dann später Fashion Director bei Magazinen wie Vanity Fair, Glamour etc. Wie hat sich die Branche aus Deiner Perspektive in den letzten 20 Jahren verändert? JF: Die Trendzyklen sind so viel schnelllebiger geworden und die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten für Produkte hat sich sehr ins SEE NOW & BUY NOW verlagert. Für Journalisten und Stylisten, wie mich, hat sich daher viel geändert, denn die klassischen Mode-Magazine müssen zusätzlich alle digitalen Formate und Social Media Accounts bedienen. Leider lässt sich ein tolles, aufwändiges Fotoshooting, wie ich es noch aus meiner Zeit bei Condé Nast produzieren konnte, kaum noch finanzieren und der Druck zusätzlich zu den Fotos, ein perfektes Fashion-Video und gute Social Media-Posts mal so easy nebenbei mitzumachen, ist zur Normalität geworden. Daher bedeutet für mich Social Media Work eher liebevoller Alltag, wo dann auch die Bildsprache realistisch und lebensnah funktioniert, und die Fashionshoots und Fashionshows sind meine ganz besonderen Ausflüge in die Branche. FCG: Welche (deutsche) Modemarken haben es aus Deiner Perspektive geschafft, national wie international Erfolg zu haben? Was waren dafür die Gründe? JF: Spannend finde ich, dass es einige sehr eskapistische Labels aus den Anfängen des Berliner Salons in die internationale Wahrnehmung geschafft haben - mir fällt da spontan Horror Vacui und Rianna+Nina ein. Und dann gibt es auch noch sehr authentische Marken, wo die Founder ihren Design Geschmack und ihre Marken-ID über Jahre immer wieder mit viel Stringenz und Qualität kommunizieren. Das sind für mich z.B. Jörg und Otto von Odeeh, Johnny und Adrian von Talbot Runhof oder Leyla von Lala Berlin. FCG: Du warst lange u.a. neben Deiner Tätigkeit als Mode- und Trendexpertin und Beratung auch als Stylistin tätig. Gibt es Tipps, die Du jungen (deutschen) Labels mit auf den Weg geben möchtest? JF: Ich würde jedem jungen Label raten, sich auf ein oder zwei Hero-Produkte zu fokussieren im Design und in der Kommunikation. Denn der Total Look Gedanke ist weder bei Einkäufern noch bei den Konsumenten die Realität. FCG: Was macht den Standort Deutschland für Dich attraktiv und wie würdest Du Berlin als Modemetropole bewerten? JF: Ich bin eine waschechte Berlinerin und liebe meine so unperfekt-chaotische und modisch sehr indifferente Stadt natürlich sehr für ihre freigeistige Haltung, ihre Offenheit gegenüber anderen Kulturen und die Möglichkeit sich in ihr immer wieder neu zu erfinden. Problem ist nur, dass in Berlin der Status nicht über Mode definiert wird und daher auch zu wenig Geld für gute Mode ausgegeben wird. Ich hoffe, mit dem Thema Upcycling-, Vintage-, Made to Order - und Sustainable Fashion kann sich Berlin modisch neu und stark positionieren. Das passt gut in den Lifestyle der Stadt und ist hoffentlich die Zukunft. Wir bedanken uns bei Julia Freitag für das Gespräch. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN INFOS ANFRAGEN WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Interview Im Gespräch mit Julia Freitag, Geschäftsführerin von StyleproofedTV: "Die Story hinter der Marke"
- Neu entwickelter Munich Fashion Award prämiert europäische Modedesigner:innen mit Fokus auf nachhaltige Innovationen
10. Jan. 2025 Die Landeshauptstadt München veranstaltet im Mai 2025 erstmals den Munich Fashion Award unter dem Leitsatz The European Sustainable Fashion Award With A Tech Twist. Der Wettbewerb richtet sich an emergierende Mode- und Accessoiredesigner:innen aus ganz Europa, die in ihren Kollektionen und Produkten Ästhetik und Nachhaltigkeit marktgerecht miteinander vereinen. Ziel ist es, diesen Designer:innen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und den Preisträger:innen den Zugang zu innovativen technologischen Lösungen zu ermöglichen, die zur Gestaltung eines nachhaltigeren und gerechteren Modesystems beitragen. Der Fashion Council Germany unterstützt das Kompetenzteam der Kultur- und Kreativwirtschaft München bei der Wettbewerbsorganisation sowie der Kommunikation. Zur ersten Ausgabe des Munich Fashion Award im Mai 2025 werden Designer:innen mit nachhaltigen Konzepten in den beiden Kategorien Contemporary Sustainable Fashion und Accessoires prämiert. Die Auszeichnung umfasst dabei nicht nur das Preisgeld – für CONTEMPORARY SUSTAINABLE FASHION Preisgelder in Höhe von 25.000 €, 10.000 € und 5.000 € und für ACCESSORIES in Höhe von 10.000 €, 5.000 € und 3.000 €, sondern bietet den Preisträger:innen auch umfangreiche Kommunikationsleistungen, Zugang zu Lizenzen sowie ein Mentoringprogramm. Bewerben können sich aufstrebende Fashion und Accessoire Designer:innen mit Unternehmenssitz in der EU, Großbritannien, Skandinavien und weiteren Ländern (genaue Auflistung in den Teilnahmebedingungen), die mind. zwei Jahre bis max. zehn Jahre am Markt sind und nicht mehr als 30 Angestellte beschäftigen. Die jeweils fünf überzeugendsten Bewerbungen werden von einer Fachjury ausgewählt und erhalten die Möglichkeit, ihre innovativen Ideen während der beiden Veranstaltungstage am 15. & 16. Mai 2025 in München zu präsentieren. Anschließend wählt die Jury die drei Gewinner:innen in beiden Kategorien aus, welche während der Award-Show im Rahmen eines Red Carpet Events bekanntgegeben werden. Während der beiden Veranstaltungstage finden außerdem eine Konferenz mit namhaften Expert:innen der Branche sowie eine Ausstellung mit den Designs der Finalist:innen statt. Diese kann am zweiten Tag auch von der interessierten Öffentlichkeit besucht werden. Bewerbungen für den Munich Fashion Award sind ab sofort bis zum 23. Februar 2025 HIER möglich. “Ich möchte dem Münchner Stadtrat danken, der das Referat für Arbeit und Wirtschaft beauftragt hat, einen nachhaltigen Modepreis mit internationaler Strahlkraft zu schaffen. Ich freue mich, dass wir nun mit Unterstützung vieler lokaler, nationaler und internationaler Partner nach zweijähriger intensiver Vorbereitungszeit mit der ersten Edition des Munich Fashion Awards diesen Auftrag im Mai 2025 umsetzen werden. Wir haben den MFA europäisch ausgerichtet, um mit ihm gleichermaßen einen wirksamen Beitrag zur Transformation der textile Wertschöpfungskette zu leisten und München als relevanten Modestandort zu kommunizieren.” erklärt Dr. Olaf Kranz, Leiter des Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München. Scott Lipinski, CEO des Fashion Council Germany ergänzt : “Die Zusammenarbeit mit dem Munich Fashion Award ist für uns ein wichtiger Schritt, um nachhaltige und innovative Modetalente europaweit zu fördern. Gemeinsam schaffen wir eine Plattform, die nicht nur die Kreativität, sondern auch den zukunftsorientierten Ansatz der Designer:innen ins Zentrum rückt und ihnen die Sichtbarkeit verschafft, die sie verdienen.“ Um die fachliche Qualität und Unabhängigkeit des Preises sicherzustellen, hat die Landeshauptstadt München zwei Beratungsgremien eingerichtet, die unabhängig voneinander operieren: das Advisory Board und eine Fachjury. Mitglieder des international besetzten zwölfköpfigen Advisory Boards sind unter anderen Christiane Arp (Vorstandsvorsitzende, Fashion Council Germany), Lisa Lang (Director Policy & EU Affairs, Orchestrator EIT Climate KIC), Tobias Gröber (Executive Director Consumer Goods, ISPO Group, IAA Mobility & INHORGENTA) sowie Muchaneta Ten Napel (CEO & Founder, Shape Innovate). Zur vom Advisory Board berufenen Jury, die mit renommierten internationalen Expert:innen aus Mode und Nachhaltigkeit besetzt ist, gehören u.a. Louise Xin (Fashion Designerin & Menschenrechtsaktivistin), Maria Intscher-Owrang (CEO, Simplifyber), Veronica Bates-Kassatly (Analyst & Consultant Sustainability) und Troy Nachtigal (Chaired Professor of Fashion Research and Technology, HVA). Weitere Informationen zum Munich Fashion Award unter: www.munichfashionaward.com/ AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Laura Altenberg INFOS ANFRAGEN laura.altenberg[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.munichfashionaward.com/ https://www.munichfashionaward.com/contest/ MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Neu entwickelter Munich Fashion Award prämiert europäische Modedesigner:innen mit Fokus auf nachhaltige Innovationen
- Studie: German Fashion Footprint - Bericht über die globalen Auswirkungen der deutschen Modeindustrie
31. März 2022 Fashion Council Germany veröffentlicht die Studie zum German Fashion Footprint über die globalen Auswirkungen der deutschen Modeindustrie: 38 Mio. Tonnen CO₂e wurden weltweit für die Produktion von Bekleidung und Schuhen freigesetzt – nur 2 Mio. Tonnen CO₂e innerhalb Deutschlands. Nach der im Januar 2021 herausgegebenen Studie „Status Deutscher Mode“ veröffentlicht der Fashion Council Germany seine zweite Studie „German Fashion Footprint“ über die globalen Auswirkungen der deutschen Modeindustrie. Die Studie wurde wie die bereits letztes Jahr publizierte Studie vom Institut Oxford Economics durchgeführt und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Die Berliner Strategieberatung für Innovation und Nachhaltigkeit studio MM04 stand während des ganzen Entwicklungsprozesses der Studie dem Fashion Council Germanyberatend zur Seite und ist mitverantwortlich für die Selektion der im Bericht veröffentlichten Fallstudien. Wie bereits im 2021 veröffentlichten Bericht zum „Status Deutscher Mode“ bewiesen wurde, ist Deutschland einer der größten Modemärkte der Welt und beheimatet viele internationale bekannte Modemarken wie Adidas, Puma und Hugo Boss . Daher haben Trends und Praktiken aus Deutschland erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt weltweit. In der Studie zum German Fashion Footprint wird die Umweltbilanz der Branche anhand von fünf Hauptfaktoren untersucht: Treibhausgasemissionen , Energieverbrauch , Luftverschmutzung, Wasserverbrauch und landwirtschaftlichem Flächenbedarf . Die Studie basiert auf Daten aus dem Jahr 2019, also vor dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie, da diese zu einem massiven Produktionsrückgang in vielen Sektoren der Weltwirtschaft geführt hat. Indem nun vorliegenden Bericht zum Umwelteinfluss wurden die Auswirkungen der Tätigkeit von Modemarken und Einzelhändler:innen innerhalb Deutschlands berücksichtigt sowie die weltweiten Auswirkungen der in Deutschland verkauften, aber im Ausland produzierten Kleidungsstücke und Schuhe bewertet. Laut dem Bericht lag die Treibhausbilanz der deutschen Modeindustrie im Jahr 2019 über 38 Millionen Tonnen (CO₂e). Dies entspricht den durchschnittlichen jährlichen Emissionen von 1,9 Millionen deutschen Haushalten oder 8,7 Millionen Fahrten um die Erde mit einem Familien-Pkw. Darüber hinaus entspricht dieser Wert ungefähr den gesamten direkten Emissionen der Slowakei im Jahr 2019(42 Mio. Tonnen CO₂e) oder den direkten Emissionen der Wirtschaft und Verwaltung in Schweden (47 Mio. Tonnen CO₂e). Diese sowie viele weitere Zahlen und Fakten können Sie dem Bericht entnehmen. Darin finden Sie unter anderem Fallstudien von Magnus Dorsch (About You), Amira Jehia (Drip by Drip e.V.), Melissa O de Leon und Larissa Roviezzo (Regenerate Fashion), Jana Neumark (Hessnatur) und Nora Milena Vehling (Fashion Revolution Germany). Den kompletten Report kannst Du unter folgendem Link herunterladen. Bei weiteren Fragen kontaktiere bitte: Henriikka Bierwirth henriikka.bierwirth@fashion-council-germany.org Tel.: +49 30 994 0489 - 61 AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Lydia Kleiber INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Studie: German Fashion Footprint - Bericht über die globalen Auswirkungen der deutschen Modeindustrie
- Einblicke in das Unternehmen Fashion for Good mit Katrin Ley
4. Aug. 2021 Fashion for Good ist ein auf vielen Ebenen agierendes Unternehmen, welches es sich zum Ziel gemacht hat die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten - zum Einen durch unterschiedlichste Weiterbildungsangebote um den Übergang in eine nachhaltigere Modewelt zu fördern zum Anderen verbindet Fashion for Good vielversprechende Unternehmen und Start-ups, um ein Netzwerk aus Expert:innen dieser Branche zu bilden und durch interdisziplinäre Projekte innovative, nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu finden. Mehr zu den vielfältigen Ansätzen und Initiativen von Fashion for Good erfährst Du in einem Interview, das wir mit Katrin Ley (Managing Director) geführt haben. FCG: Welche Maßnahmen habt ihr ergriffen, um zu einem nachhaltigeren Modebusiness beizutragen? Fashion for Good: Fashion for Good ist die globale Initiative, die darauf abzielt, Mode 'gut' zu machen, d. h. eine zirkuläre Lieferkette zu integrieren, die alle Elemente vom Design bis zum Ende der Nutzung berücksichtigt. Die Herausforderung dies zu erreichen, wird durch Zusammenarbeit und Gemeinschaft ermöglicht. Das Herzstück von Fashion for Good ist unsere Innovationsplattform, auf der wir Innovative startups unterstützen und ihnen helfen, ihre Konzepte in der Mode-Lieferkette zu etablieren. Wir wählen die weltweit vielversprechendsten Start-ups aus und bringen sie in gemeinsamen Pilotprojekten großen Unternehmen zusammen. Fashion for Good unterstützt diese gemeinsamen Pilotprojekte tatkräftig und bietet Coachings, maßgeschneiderte Unterstützung bei der Mittelbeschaffung und in einigen Fällen auch finanzielle Unterstützung für die Hersteller durch den Good Fashion Fund. In unserem Co-Working Space beherbergen wir die sogenannte Circular Apparel Community - eine Gemeinschaft gleichgesinnter Organisationen und anderer Expert:innen mit dder geeinten Mission, die Modeindustrie nachhaltiger zu gestalten. Das interaktive Fashion for Good Museum ist ein öffentlich zugängliches Museum, in dem wir Menschen aus der ganzen Welt inspirieren und über den Einfluss der Modeindustrie aufklären. Die Besucher:innen erfahren etwas über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Modeindustrie. Mit der digitalen Good Fashion Journey und einem RFID-Armband entdecken sie Wege im Alltag zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen und sich zu engagieren, um etwas zu verändern. Wir veranstalten Workshops, zeigen Dokumentarfilme und halten Vorträge zu jedem Thema, um die Besucher:innen zu informieren, zu befähigen, den Good-Fashion-Gedanken in ihre Leben zu integrieren. Außerdem bieten wir Bildungsmaterial an und entwickeln Toolkits, Papiere, Berichte, Leitfäden und andere Ressourcen, die wir auf unserer Website für alle zugänglich machen. FCG: Ihr habt ein relativ neues Projekt gestartet, das sich mit einer neuen Methode des Baumwollanbaus befasst. Inwiefern waren die bisherigen Verfahren des Baumwollanbaus nicht nachhaltig und wie wollt ihr das mit eurem Projekt ändern? Fashion for Good: Baumwolle macht fast 30 % der weltweiten Textilproduktion aus, ist jedoch für 24 % des weltweiten Insektizid Einsatzes verantwortlich und kann als wasserintensive Kulturpflanze bis zu 10.000 Liter Wasser pro Kilogramm verbrauchen. Mehr als 60 % der weltweiten Baumwollproduktion wird von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen erzeugt. Etwa 90 % dieser schätzungsweise 100 Millionen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen leben in Entwicklungsländern und bauen die Pflanze auf weniger als zwei Hektar an. Bei schlechten Anbaumethoden kann Baumwolle zu einem übermäßigen Verbrauch von Wasser, Düngemitteln und Pestiziden beitragen. Innovative Anbaumethoden wie die Präzisionslandwirtschaft verbessern die Ressourceneffizienz und die Widerstandsfähigkeit des Baumwollanbaus und sind dringend erforderlich, um den Einsatz von Pestiziden, Land und Wasser zu reduzieren. Fashion for Good hat in Zusammenarbeit mit den führenden Marken Kering und PVH Corp., sowie dem weltweit führenden Textilhersteller Arvind Limited ein zweijähriges Pilotprojekt gestartet, um eine radikal ressourceneffiziente Baumwollanbautechnologie des Fashion for Good-Innovators Materra (ehemals hydroCotton) zu testen. Materras innovative Kombination aus Präzisionslandwirtschaft, Umweltkontrolle und Echtzeit Datenverfolgung in Echtzeit erleichtert den Baumwollanbau in Entwicklungsregionen, in denen Klima und Ressourcen eine Herausforderung für den Baumwollanbau darstellen. Materras Ansatz für den Baumwollanbau kombiniert Präzisionslandwirtschaft und kontrollierte Umgebungen, um radikal ressourceneffiziente Baumwollbetriebe zu schaffen. Effiziente Bewässerung, die übermäßige Wasserverluste verhindert, liefert landwirtschaftliche Betriebsmittel direkt an das Wurzelsystem der Pflanze, wo sie effizient aufgenommen werden können, und ist pestizidfrei, wobei biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird. Die Anbaugebiete sind mit einem Netz intelligenter Sensoren ausgestattet, welche Daten in Echtzeit erfassen und so eine bessere ökologische und soziale Absicherung gewährleisten. FCG: Ihr sprecht davon, dass Biobasierte Materialien die Zukunft sind, um synthetische Materialien zu ersetzen, und dies scheint derzeit einer Ihrer Schwerpunkte zu sein. Könntest Du bitte näher auf die Initiativen und Maßnahmen eingehen, die ihr in dieser Hinsicht ergreift, und erklären, warum dies die Zukunft der Mode sein könnte? Fashion for Good: Biobasierte Materialien sind natürliche Materialien, also Materialien, die biologischen Ursprungs und ganz oder teilweise von lebenden Organismen stammen. Unsere aktuelle Ausstellung GROW zeigt den aktuellen Stand sowie die Zukunft dieser Materialien. Weil es Zeit braucht, bis solche Technologien skalierbar und marktreif sind, haben wir das GROW-Talentprojekt ins Leben gerufen, ein dreimonatiges Programm, bei dem junge Designer:innen mit Biomaterialien arbeiten, um Kleidungsstücke der Zukunft zu entwerfen. Diese Kleidungsstücke werden in der Ausstellung GROW 2.0 präsentiert, die im Oktober 2021 eröffnet wird. Dies ist tatsächlich erst der Anfang der Materialien der nächsten Generation, die sich in den nächsten Jahrzehnten entfalten wird. Biologisch hergestellte oder biologisch zusammengesetzte Materialien können als Ersatz für bestehende Materialien wie Polyester, Nylon oder Leder verwendet werden. Unternehmen wie AMSilk, Bolt Threads, Ecovative, Modern Meadow, MycoWorks, Spiber usw. stehen für eine neue Generation von Materialinnovationen, die Fachwissen in den Bereichen Organismusdesign (GVO) und -technik, Fermentation und Textilien sowie Materialwissenschaft miteinander verbinden. Eine solche Zusammenführung von Disziplinen wäre früher nur von großen Chemiekonzernen möglich gewesen. Das Versprechen dieser Technologien besteht darin, dass die gestaltete Biologie den Zugang zu allen Vorteilen der Leistung, Ästhetik und des Komforts der Natur und darüber hinaus ermöglicht, jedoch ohne denselben ökologischen Fußabdruck. Die Nachfrage nach neuen Biowerkstoffinnovationen übersteigt derzeit massiv das Angebot. Einige unserer jüngsten Pilotprojekte befassen sich mit dem Potenzial dieser neuen Technologien; das "Renewable Carbon Textiles Project" beispielsweise ist ein Konsortium zur Förderung der Entwicklung von Polyhydroxyalkanoaten oder PHA-Polymerfasern, einer vielversprechenden biosynthetischen Alternative zu Fasern auf fossiler Basis, die das Potenzial hat, die Kohlenstoffemissionen in der Mode-Lieferkette zu verringern. FCG: Glaubst Du, dass die Pandemie neben all ihren negativen Aspekten auch dazu beigetragen hat, dass die Menschen ein besseres Verständnis für Nachhaltigkeit entwickeln? Habt ihr ein gesteigertes Interesse an nachhaltiger Mode sowohl aus Sicht der Hersteller als auch der Verbraucher festgestellt? Fashion for Good: Nachhaltige Innovationen haben gerade in schwierigen Zeiten immer wieder bewiesen, wie wichtig sie sind, um den normalen Geschäftsbetrieb wiederzubeleben und die Unternehmensziele zu unterstützen. Wir sehen vielversprechende Anzeichen, die auf ein strukturelles Umdenken der Modebranche hindeuten. Die derzeitige Situation bietet die Gelegenheit, Ansätze neu zu bewerten und positive Veränderungen voranzutreiben, die bereits in Gang gekommen sind, z. B. in den Bereichen Logistik und Transport. Immer mehr Branchenführer:innen erkennen die dringende Notwendigkeit verantwortungsbewusster Praktiken, wie sie von Verbraucher:innen und Investor:innen gefordert werden und wie der regulatorische Druck wächst. Deutliche Anzeichen für ein Umdenken der Verbraucher:innen waren schon vor der Panndemie erkennbar. Die renommierte Trendforscherin Li Edelkoort sprach von einer "Quarantäne des Konsums", die tiefgreifende kulturelle und wirtschaftliche Auswirkungen hat. So könnten sich die Erwartungen an zweckorientiertes, nachhaltiges Handeln und der Widerstand gegen verschwenderische Geschäftsmodelle beschleunigen. Wir sehen, dass die Verbraucher:innen zunehmend Marken zur Verantwortung ziehen und Fragen stellen, wie und von wem ihre Kleidung hergestellt wurde. 90 % der Verbraucher:innen der Generation Z geben an, dass sie Veränderungen vorgenommen haben, um ihr tägliches Leben nachhaltiger zu gestalten. Marken, die in der Lage sind, innovativ zu sein und zu nachhaltigeren Praktiken und Geschäftsmodellen überzugehen, werden in der Lage sein, ein informiertes Publikum anzusprechen und für sich zu gewinnen. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Lydia Kleiber INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Interview Einblicke in das Unternehmen Fashion for Good mit Katrin Ley
- Neues Format RAUM.Berlin gibt erfolgreiches Berlin Fashion Week Debüt
16. Juli 2025 Die erste Ausgabe von RAUM.Berlin , einem neuen immersiven Präsentationsformat, initiiert vom Fashion Council Germany und powered by eBay, gab während der SS26-Ausgabe der Berlin Fashion Week ein überzeugendes Debüt. Vom 01. bis 03. Juli 2025 eröffnete RAUM.Berlin im Kranzler X neue Perspektiven auf die Mode, durch die Kombination von innovativem Design und zirkulärem Denken. Während der drei Tage präsentierten neun visionäre Designer, drei an jedem Tag, ihre Kollektionen in individuell gestalteten Räumen und schufen so immersive Umgebungen. Das Format sprengte die traditionellen Grenzen der Modepräsentation und bot Raum für Erzählungen, Experimente und kreativen Ausdruck. Alle drei Tage wurden von jeweils 11:00 bis 13:00 Uhr mit einer Opening Reception eingeleitet, anschließend war die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich. TAG 1 - DAGGER, IDEN & JULIAN ZIGERLI Am ersten Tag wurden mit den Präsentationen von DAGGER, IDEN und JULIAN ZIGERLI die Einflüsse des Undergrounds sowie subkulturelle Identitäten untersucht. Mit einer rauen Ästhetik, dystopischen Visionen und spielerischer Rebellion interpretierten die Designer:innen die Codes von Jugend, Geschlecht und Identität neu. DAGGER brachte mit VHS-Loops, die die Skateboard-Jugend des Gründers Luke Rainey in Nordirland widerspiegeln, eine rohe Energie ins Kranzler X. IDEN , das Label des Gründers Moritz Iden, verschmolz dystopisches Design mit postdigitaler Ästhetik und erforschte geschlechtsneutrale, technikgetriebene Mode. JULIAN ZIGERLI aus Zürich kombinierte Druckkunst, Emotionen und Humor in einer Papierinstallation, die in Zusammenarbeit mit dem Künstler Andi Fischer entstand. TAG 2 - JISOO BAIK, KASIA KUCHARSKA & LADO BOKUCHAVA Am zweiten Tag standen mit den Kollektionen von JISOO BAIK, KASIA KUCHARSKA und LADO BOKUCHAVA das materielle Storytelling und die Transformation des Körpers im Mittelpunkt. Durch ihre Entwürfe erforschten die Designer:innen Mode als Medium für Erzählungen, Identität und Emotionen. Die französische Designerin JISOO BAIK, die bereits Björk und Ariana Grande ausstattete, präsentierte „Soft Armor“: skulpturale Silhouetten, die Stärke und Verletzlichkeit durch Couture-Abstraktion erforschen. KASIA KUCHARSKA , Gewinnerin des FCG/VOGUE Fashion Fund 2024, definiert Tailoring mit Latex und 3D-Prozessen neu und stellte die statische Natur des traditionellen Designs in Frage. LADO BOCKUCHAVA aus Tiflis, Georgien, vereinte gemeinsam mit der Künstlerin Ivana Vladislava zwei Perspektiven auf Stil und Provokation, getragen von Neugier, Beobachtung und dem Wunsch, dem Träger eine eigene Identität zu geben.“ TAG 3 - AVENIR, PLNGNS & ROUGH Am dritten Tag wurde ein Blick auf die Zukunft der Mode durch Kreislaufwirtschaft und kulturellen Remix geworfen und die Kollektionen von AVENIR, PLNGNS und ROUGH präsentiert. Von Upcycling bis hin zu Referenzen auf das kulturelle Erbe setzten die Designer:innen auf neue Materialien, lokale Produktion und eine hybride Ästhetik als Werkzeuge für nachhaltige Innovation. AVENIR konzentriert sich auf radikale Kreislaufwirtschaft und stellt Kleidungsstücke aus Materialien der Überproduktion vor, die auf Bestellung, lokal und abfallfrei produziert werden. PLNGNS mit Sitz in Kiew, Ukraine, verwandelt vor allem gebrauchte Schuhe in avantgardistische Statements, indem das Unternehmen ein geschlossenes Kreislaufsystem einsetzt, das Handwerk und Umweltbewusstsein miteinander verbindet. Bei ROUGH. verschmilzt griechische Herkunft mit der Berliner Streetwear-Szene und interpretiert traditionelle Spitzen in gewagten, nostalgischen Silhouetten, die schon von Lewis Hamilton und Tyga getragen wurden. An allen drei Tagen boten die ausgestellten Designer:innen einen eindrucksvollen Einblick in die sich entwickelnde Modelandschaft - verwurzelt in der Subkultur, experimentierfreudig und auf eine nachhaltige Zukunft ausgerichtet. Von Berlin über Paris bis Tiflis spiegelten ihre Arbeiten ein gemeinsames Engagement wider, Materialien, Identitäten und die Rolle der Mode bei der Gestaltung der Kultur neu zu überdenken. Scott Lipinski, CEO des FCG, erklärte: „ RAUM.Berlin schafft eine Plattform für Talente, um ihre Visionen und Kreationen jenseits der traditionellen Laufstege zu präsentieren. Das Format ermutigt zu neuen Perspektiven und hebt die Vielfalt und Innovation in der Mode hervor. Mit dem Open to Public Event wird so die Mission des Fashion Council Germany fortgesetzt, aufstrebende Designer:innen zu unterstützen und sinnvolle Verbindungen zwischen der Modeindustrie und der breiteren Berliner Community zu schaffen." Mandy Krüger, Head of Fashion eBay, ergänzte: „Berlin steht für neue Formen des kreativen Ausdrucks - jenseits der traditionellen Laufstege. Das Format schafft Platz für Experimente und Dialog, und Plattformen wie diese spielen eine wichtige Rolle, um die Branche voranzutreiben. Neben der Unterstützung aufstrebender Designer:innen lag unser Fokus darauf, Gespräche über Kreislaufwirtschaft anzustoßen - ein Thema, das für die Zukunft der Mode von entscheidender Bedeutung ist." Neben den Designer-Showcases präsentierte eBay eine Pre-Loved-Exhibition , die von dem Stylisten, Fashion Editor und Art Director Christian Stemmler kuratiert wurde und das kreative und zirkuläre Potenzial von Secondhand-Mode hervorhob. Das Talkformat „METAMORPHOSIS - dialogues about change“ powered by eBay fand am Nachmittag statt und brachte Stimmen von Meinungsträger:innen aus Mode und Medien zusammen. Die eBay Networking Lounge war den ganzen Tag über geöffnet und verwandelte das Kranzler X in einen Raum für den Austausch über Zirkularität, digitales Design und Diversität. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Fenja Niechoj INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Neues Format RAUM.Berlin gibt erfolgreiches Berlin Fashion Week Debüt
- Janina Lin Otto: „Die Mode ist prädestiniert für einen generationenübergreifenden Austausch“
26. Juni 2026 Mode ist mehr als eine schöne Hülle – das muss man Janina Lin Otto längst nicht mehr erklären. Die Unternehmerin, die 2018 gemeinsam mit ihrem Ehemann Benjamin Otto die Holistic Foundation gegründet hat, ist sich der Kraft der schönen Kleider durchaus bewusst – genauso der Verantwortung, die mit dem Modekonsum einhergeht, sei es auf ökologischer oder sozialer Ebene. Im Gespräch mit dem Fashion Council Germany, zu dessen Advisory Board Janina Lin Otto seit November 2025 gehört, hebt sie hervor, wie sichtig Wertschätzung und Glaubwürdigkeit sind – und erzählt, warum es sich lohnt, der eigenen Großmutter mal über die Schulter zu schauen. Janina, du bist seit November Mitglied im Advisory Board des Fashion Council Germany. Was hat dich dazu bewogen, zu diesem Engagement ja zu sagen? Für mich ist Mode mehr als nur Kleidung – sie ist ein relevanter Hebel, um die Zukunft ökologisch, ökonomisch und auch kulturell zu gestalten. Diese Einschätzung teile ich mit dem Council, mit dem ich ohnehin seit längerem vertrauensvoll verbunden bin; etwa weil ich in den vergangenen Jahren bereits Teil verschiedener Wettbewerbs-Jurys war. Für mich als Unternehmerin ist es spannend und eine ehrenvolle Aufgabe, daran mitwirken zu dürfen, die Modebranche in unserem Land zu gestalten. Hat bei deiner Entscheidung auch eine Rolle gespielt, dass der Council einen Fokus auf Themen der Nachhaltigkeit legt? Es geht ja auch in vielen anderen Projekten, die du unterstützt oder realisierst, darum, für möglichst viele Menschen eine bessere Zukunft zu schaffen. Der Fokus auf Nachhaltigkeit war für mich sogar eine zentrale Voraussetzung, diese Rolle anzunehmen. Wertebasiertes Handeln und eine gewisse Wertschätzung den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber spielen generell eine große Rolle für mich und meine Arbeit. Da passt es gut, dass du schon deine Diplomarbeit „über die Wertschätzung von Lebensmitteln in Deutschland“ geschrieben hast, wie ich in deinem Lebenslauf lesen konnte. Von Nachhaltigkeitsexpert:innen habe ich in den vergangenen Jahren oft gehört, in Deutschland sei im Bereich der Lebensmittel diese Wertschätzung und auch die Bereitschaft, für ökologisch sinnvoll produzierte Produkte mehr zu bezahlen, sehr viel größer als im Bereich der Mode. Teilst du diese Einschätzung? Auf jeden Fall ist noch deutlich Luft nach oben – und zwar in beiden Bereichen. Zwar findet schon ein Wandel im Denken statt, aber er ist noch nicht in der breiten Gesellschaft angekommen. In meiner Diplomarbeit habe ich damals herausgestellt, dass Deutschland die Wiege der Discounter und die Bevölkerung dementsprechend preisfokussiert ist: Wenn irgendwo ein Rabatt-Schildchen dranklebt, springen viele Menschen in unserem Land darauf an. Deswegen finde ich es wichtig zu verdeutlichen, dass sich ein höherer Preis häufig aus einer tatsächlich höheren Qualität ergibt. Es fehlt oft ein Bewusstsein dafür, dass zum Beispiel Bio-Lebensmittel preisintensiver sind, weil weniger Pestizide eingesetzt wurden, oder nachhaltige Kleidungsstücke, weil sie aus lokaler Produktion stammen – dass also bestimmte Maßnahmen ergriffen wurden, die diesen Produkten eine besondere Wertigkeit verleihen. Da sehe ich kommunikativ großes Potenzial, dies zu vermitteln. Ich habe das Gefühl, in Deutschland würde eher der niedrige Preis wie eine Art Gütesiegel hervorgehoben. Man kennt das ja, wenn man jemandem ein Kompliment für einen neuen Pulli macht: „Danke, der war ganz günstig“, lautet die Reaktion dann oft. Das stimmt. Viele Menschen in unserem Land scheinen zu denken, sie würden stets zu einem niedrigere n Preis dieselbe Qualität bekommen. Richtig ist, dass wir mit einem vermeintlichen Schnäppchen nicht nur etwas gewonnen, sondern oft auch auf bestimmte Qualitäten verzichtet haben. Deswegen haben wir unter anderem die Holistic Foundation gegründet: Wir Menschen denken und agieren oft in Silos, was uns isolierte Entscheidungen treffen lässt. Wir möchten inspirieren, Dinge ganzheitlich zu betrachten. Unsere Welt ist nicht isoliert, alles ist komplex verknüpft. Auch eine Kaufentscheidung hat mehr Komponenten als den Preis. Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir alle die Dinge hinterfragen und schlussendlich aufgeklärte Entscheidungen treffen. Und das lässt sich, wie du sagst, vor allem kommunikativ lösen? Unter anderem. Wichtig ist, mehr darüber zu sprechen, wo Dinge herkommen, was da drin ist, welche Geschichten hinter den Produkten stehen. Und wir sollten die Menschen daran erinnern, dass es früher eine andere Art gab, mit Kleidung umzugehen. Wenn ich an meine Großmutter denke, wie sie früher Kleider nicht nur selbst genäht, sondern im Lauf der Jahre auch immer wieder repariert oder an ihre sich verändernde Körperform angepasst hat, dann wünsche ich mir, dass diese Wertschätzung den Dingen gegenüber wieder größer wird. Und dass die Menschen wieder mehr wertschätzen, welche Arbeit dahintersteckt. Gerade in der Mode sehe ich noch Potenzial, dies stärker herauszustellen. Potenzial ist ein gutes Stichwort: Potenzialentfaltung, Berufung und ein verbessertes Arbeitsleben spielen in einigen deiner Projekte eine übergeordnete Rolle. Was bedeutet für dich persönlich ein erfülltes Berufsleben – und hat sich dein Verständnis davon in den vergangenen Jahren verändert? Für mich persönlich bedeutet das, meinen eigenen Werten und Stärken entsprechend arbeiten und agieren zu können. Und ja – dieses Verständnis hat sich für mich tatsächlich verändert. Auch ich habe ja das klassische Schulsystem durchlaufen und bin mit bestimmten Normen aufgewachsen. Irgendwann habe ich aber festgestellt, dass ich selbst oft besser in der Bewegung arbeiten kann: Telefonate beim Gehen oder sogar beim Sport, hier und dort Emails schreiben. Es ist ein großes Geschenk, dass ich Dinge tun kann, für die ich wirklich brenne – und dass ich sie genau so erledigen kann, wie es zu mir passt. Zuletzt ist aus der Holistic Foundation, die du 2018 gemeinsam mit deinem Mann Benjamin Otto gegründet hast, das Projekt LIFE HAMBURG hervorgegangen – „ein Zuhause für alle Menschen, die gemeinsam wachsen und aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitwirken wollen“, so steht es auf der Webseite. Richtig. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem möglichst viele Menschen für ein konstruktives Miteinander zusammenkommen, um gemeinsam an den Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten. Diese Herausforderungen sind ja nicht nur sehr komplex, sondern auch untereinander verknüpft – um sie wirklich anzugehen, braucht es eine ganzheitliche Sichtweise. Also laden wir Menschen jeden Alters und jeder Herkunft dazu ein, die Perspektiven der jeweils anderen kennenzulernen, sich inspirieren zu lassen und sich gleichzeitig zu trauen, wirklich sie selbst zu sein. Bei LIFE HAMBURG gibt es Projekte, die sich mit Kunst und Kultur auseinandersetzen, mit Ernährung, Umwelt, Gesundheit, Arbeit – mit allen Bereichen, die ein gutes Leben ausmachen. Es geht uns um ein generationsübergreifendes Miteinander und um lebenslanges Lernen, weil wir überzeugt davon sind, dass Bildung nach der Schule nicht aufhört. Was bedeutet das übersetzt auf die Modebranche? Was können in diesem Bereich die jüngeren von den älteren Generationen – und im Umkehrschluss die Älteren von den Jüngeren lernen? Ich finde, die Mode ist wirklich prädestiniert für einen generationenübergreifenden Austausch. Die Älteren haben Wissen und handwerkliche Fähigkeiten, die jüngere Menschen heute so nicht mehr vermittelt bekommen – dafür können die Jüngeren den Älteren zum Beispiel Innovationen im Modebereich vermitteln. So möchten wir das auch bei LIFE HAMBURG ermöglichen: Es kann dort genauso um traditionelles Spitzeklöppeln wie um modernes 3D-Printing gehen; es geht um einen Wissensaustausch. Wenn ich noch einmal an meine Großmutter zurückdenke, dann ist es so eine gewisse Art von Pragmatismus, die wir uns von ihrer Generation sicherlich abgucken könnten. Wie meinst du das? Wie erwähnt hat meine Großmutter viel selbst gemacht und repariert, die Dinge lange am Leben gehalten. Das hat sie natürlich nicht nur aus Spaß gemacht, sondern weil ihre Zeit nicht von Überfluss, sondern von Entbehrung geprägt war. Dem gegenüber stehen die jungen Menschen, die sich heute mit ganz anderen Fragen auseinandersetzen müssen – etwa damit, wie KI als ein e nützliche Ergänzung genutzt werden kann. Das sind zwei unterschiedliche Kompetenzfelder – die pragmatischen, handwerklichen Fähigkeiten auf der einen und das technische Wissen auf der anderen Seite –, die beide wichtig sind, wenn wir den Modestandort Deutschland langfristig stärken wollen. Sind junge Menschen denn empfänglich für diese Art von Wissen, also für traditionelle Handwerkstechniken? Das denke ich schon. Ich war vor wenigen Tagen erst zu Besuch bei einem unserer Förderprojekte, in dem Schüler:innen als Abschluss eines Ferienprogramms eine Modenschau veranstaltet haben: Das war ein Programm für Kinder, die aus sozio-ökonomisch benachteiligten Gegenden in Hamburg kommen, die also vielleicht nicht alle in den Urlaub fahren oder deren Eltern ihnen kein Freizeitangebot ermöglichen können. In dem Projekt haben die Schüler:innen dann eine Woche hindurch geschneidert, kreiert, gebastelt und am Ende gemeinsam eine Show auf die Beine gestellt. Auch Kolleg:innen aus dem Education-Team des Fashion Council Germany gehen regelmäßig an Schulen, um dort über Nachhaltigkeit, aber auch über berufliche Perspektiven in der Modebranche zu sprechen. Das finde ich toll, ich würde mir wünschen, dass Themen der Mode und des Modekreislaufs viel stärker in die Schulen geholt würden! Denn auch dieses Ferienprojekt, von dem ich eben gesprochen habe, ist ja letztlich viel mehr als eine nette Beschäftigung: Die Kinder haben gelernt, wie viel Arbeit hinter jedem Kleidungsstück steckt, welche Wertschätzung ihm also zuteilwerden müsste. Dass ihnen dies auf unterschiedliche Weise vermittelt wird, finde ich ganz wichtig. Welchen Rat hast du selbst einmal vermittelt bekommen, den du nun gerne an die jüngeren Generationen weitergeben willst? Als ich 13 war, hat mein Reitlehrer mir einmal gesagt: „Janina, du wirst nie die eine Person finden, die dir alles erklärt, was du für dein Leben brauchst – die Kunst ist, möglichst vielen Menschen zuzuhören und dir dann herauszupicken, was wirklich für dich wichtig ist.“ Diesen Rat habe ich nie vergessen und auch sehr stark in mein Leben implementiert. Ich bin überzeugt davon, dass man im Gespräch mit jedem Menschen etwas lernen kann – selbst wenn man unterschiedlicher Meinung ist. AUTOR:IN Manuel Almeida Vergara ANSPRECHPARTNER:IN Manuel Almeida Vergara INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://www.fashion-council-germany.org/team/janina-lin-otto https://www.fashion-council-germany.org/patron/otto MITGLIEDER PREVIOUS NEXT Interview Janina Lin Otto: „Die Mode ist prädestiniert für einen generationenübergreifenden Austausch“
- Offizielle Eröffnung der Berlin Fashion Week: Das war das Fireside Dinner im Grill Royal
5. Feb. 2024 Die deutsche Hauptstadt heißt zur Berlin Fashion Week wieder nationale und internationale Gäste willkommen und bringt über 280 Pionier:innen aus Mode, Politik, der Kreativ- und Medienbranche zum offiziellen Fireside Dinner im Grill Royal zusammen. Im Vordergrund standen dabei die Designleistungen der kommenden Tage und die Talente dahinter. Die Berlin Fashion Week startet damit in eine kreative Herbst-Winter 2025 Edition. Auf Einladung von Franziska Giffey, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und dem Fashion Council Germany, wurde die Berlin Fashion Week Herbst-Winter 2025 im Rahmen eines Fireside Dinners am Montagabend offiziell eröffnet. Über 280 Gäste kamen beim gesetzten Dinner im renommierten Grill Royal an der Spree zusammen, darunter die wichtigsten Akteur:innen und Entscheidungsträger:innen aus Politik, Mode, Medien sowie der erweiterten Kultur- und Kreativwirtschaft. Der Abend sollte besonders den Austausch der Branche fördern und die außergewöhnlichen Designer:innen würdigen, die in dieser Saison ihre neuen Kollektionen im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentieren. Die Berlin Fashion Week findet in dieser Saison erstmals vom 05. bis 08. Februar 2024 statt und fügt sich damit in den internationalen Fashion Week Kalender ein. Die Herbst-Winter 2025 Edition wird erneut durch innovative Präsentationsformate an ikonischen Orten der Hauptstadt geprägt, die damit internationalen Designtalenten in der deutschen Hauptstadt eine Plattform bieten. Als „Powerhouse of Talents“ und mit einer Freiheit, der keine Grenzen gesetzt sind, rückt Berlin als Modestadt damit weiter in den Fokus des internationalen Fachpublikums. Zu Beginn des Dinners begrüßten Christiane Arp und Michael Biel, Berliner Staatssekretär für Wirtschaft, die Gäste. In anregender Atmosphäre lobten beide die Vielfalt und den Zeitgeist der Designer:innen des vergangenen Tages und blickten erwartungsvoll auf die bevorstehenden Highlights der Berlin Fashion Week. Die Stadt sei Vorreiter in Kreativität, Nachhaltigkeit und Toleranz und damit die ideale Kulisse für eine facettenreiche Fashion Week, die stetig an Relevanz zunehme. Dies verdeutliche auch der selbsternannte Slogan der Berlin Fashion Week: „The responsible movement of freedom, inclusion and creativity“. Christiane Arp eröffnete den Abend: „ Wir haben das Gefühl, dass der eingeschlagene Weg der letzten Saisons der richtige ist und die Berlin Fashion Week immer mehr an Zuspruch gewinnt. Die Bemühungen der letzten Jahre zahlen sich aus und wir können weiter auf das positive Feedback aufbauen. Gemeinsam erreichen wir grade etwas, was lange nicht war: Die Berlin Fashion Week national und international relevanter zu machen.“ „Die Mode ist in Berlin zuhause. Und wenn in Berlin Fashion Week ist, dann bekommt die Stadt zunehmend mehr Beachtung in der internationalen Modewelt, wird sichtbarer und zeigt: hier ist noch viel Potenzial. Berlins Mode fällt durch ihre Eigenwilligkeit, das Streben nach Freiheit und den Mut zur Kreativität auf. Hier arbeiten Modeschaffende und Designer, die im internationalen Wettbewerb mithalten und Menschen inspirieren können. Mit unserer erfolgreichen Fashion Week beweisen wir aufs Neue: Berlin kann Mode und ist dabei weltoffen, vielfältig und einzigartig“, so Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Die Präsenz von wichtigen Branchenvertreter:innen sowie der in Berlin vertretenden Designer:innen verdeutlichte den Kern der Berlin Fashion Week: Herausragende Designtalente und das Handwerk dahinter zu würdigen und mutigen Ideen eine Plattform zu bieten. Unter den zahlreichen Gästen waren u.a. Cecilie Thorsmark (Copenhagen Fashion Week), Chidozie Obasi (Office Magazine), Désiré Feuerle (The Feuerle Collection), Esther Perbandt, Hanan Besovic (ideservecouture), Jale Richert und Michele Beil (beide Richert Beil), Julian Daynov, Kerstin Schneider (Harper’s Bazaar) , Luis Dobbelgarten (No/Faith Studios), Maliha Shoaib (Vogue Business), Manuela Kampp-Wirtz (Burda Style Group) , Mumi Haiati (Reference Studios), Rianna Kounou und Nina Knaudt (Rianna + Nina), Tim Kälberer (Wormland), Valentin von Arnim (Iris von Arnim) und William Fan. In der dritten „Berlin Contemporary“ Saison präsentieren wieder 14 deutsche und vier ukrainische Brands ihre Kollektionen. Die Labels und ihre Showkonzepte wurden im Rahmen des BFW-Konzeptwettbewerbs mit Preisgeldern ausgezeichnet. Die drei prämierten Labels Olivia Ballard, William Fan und MARKE eröffneten den ersten Tag der Berlin Fashion Week. Als Teil des neu entwickelten Formats „Intervention“ der internationalen Kommunikationsagentur Reference Studios, unter der Leitung des Gründers Mumi Haiati, fanden außerdem erstmals in Berlin Shows der Marken Gerrit Jacob, back2back (Yolanda Zobel & Marcelo Alcaide) und Anonymous Club statt. Der Kalender der nächsten Tage ist gefüllt mit Shows von bereits etablierten Designer:innen wie NAMILIA, RIANNA + NINA, Richert Beil oder Newcomer Brands wie GLÜCK und Kitschy Couture. Im Media Hub der Berlin Fashion Week werden alle Kollektionsbilder der Shows und die Eindrücke der vielen weiteren Events veröffentlicht. Eine Übersicht aller Shows und Events gibt es auf der Berlin Fashion Week Website im offiziellen Kalender. Events für Endkonsument:innen während der Berlin Fashion Week sind im Rahmen von STUDIO2RETAIL im Eventkalender einsehbar. Das Dinner wurde zudem von HECH und Don Julio unterstützt. AUTOR:IN Fashion Council Germany ANSPRECHPARTNER:IN Fenja Niechoj INFOS ANFRAGEN press[at]fashion-council-germany.org WEBSITE/S https://fashionweek.berlin/berlin-fashion-week.html https://www.studio2retail.berlin/ MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Offizielle Eröffnung der Berlin Fashion Week: Das war das Fireside Dinner im Grill Royal
- Firesidechat in Düsseldorf
9. Jan. 2020 Am 05. Dezember lud der Fashion Council Germany gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf zum letzten FCGFIRESIDECHAT diesen 2019 ein. Die geladenen Gäste aus der Mode- und Kreativbranche versammelten sich im Düsseldorfer Max Brown Hotel und tauschten sich über Neuigkeiten der Modeindustrie aus: FCG Präsidiumsmitglied John Cloppenburg (Peek & Cloppenburg) und FCG Vorstandsmitglied Marcus Kurz (NOWADAYS), eröffneten den Abend gemeinsam mit Christiane Knoll (Stadt Düsseldorf). In Ihren Ansprachen diskutierten Sie über die Relevanz von Förderung, Networking und Sichtbarkeit der deutschen Modebranche. Das Event verlief in einem interessanten Networking Abend, der von interdisziplinärem Austausch geprägt war. AUTOR:IN ANSPRECHPARTNER:IN INFOS ANFRAGEN WEBSITE/S MITGLIEDER PREVIOUS NEXT News Firesidechat in Düsseldorf











